Logo der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein

Navigation

Ärzte dürfen bald per Videosprechstunde krankschreiben

11.08.2020 KVNO aktuell, Praxisinfos

Ärzte dürfen Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigungen künftig auch per Videosprechstunde ausstellen. Ein entsprechender Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zur Änderung der Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie liegt dem Bundesgesundheitsministerium zur Genehmigung vor. Laut G-BA stehe dies nicht in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Es sei vielmehr eine Folge der neuen Musterberufsordnung für Ärzte, in der das Verbot der ausschließlichen Fernbehandlung gelockert wurde.

Allerdings müssen hierfür bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Der Patient ist der Praxis bekannt.
  • Die Krankheit kann in einer Videosprechstunde untersucht werden.

Generell haben Patienten jedoch keinerlei Anspruch darauf, dass der Arzt ihnen eine AU-Bescheinigung per Videosprechstunde ausstellt. Explizit ausgeschlossen ist die Krankschreibung mittels Online-Fragebogen und Chat-Befragung. Auch eine Krankschreibung per Telefon ist unzulässig. Dies war zu Hochzeiten der Corona-Epidemie in Deutschland zwischenzeitlich möglich – bei Verdacht auf Erkrankung der oberen Atemwege. Die Sonderregelung lief am 31. Mai 2020 aus.

Eine Krankschreibung kann bei erstmaliger Ausstellung für maximal sieben Kalendertage ausgestellt werden. Ist der Patient danach weiterhin krank, muss er in die Praxis kommen. Eine Folgeverordnung in der Online- Sprechstunde ist nur zulässig, wenn der Patient für die erste AU-Bescheinigung in der Praxis war. Dann kann auch für einen längeren Zeitraum krankgeschrieben werden.