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KV Nordrhein: Impfen ist originär ärztliche Aufgabe!

10.07.2020 Pressemitteilungen

Der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein kommentiert die aktuelle Debatte um das Impfen in Apotheken:

"Die KV Nordrhein lehnt das Impfen in der Apotheke und somit das im Herbst startende Modellprojekt der AOK Rheinland/Hamburg und des Apothekerverbands Nordrhein ab. Aus unserer Sicht ist Impfen eine originär ärztliche Aufgabe - schon alleine aufgrund der für Patientinnen und Patienten möglicherweise entstehenden Risiken. Bei jeder Impfung - auch bei der Grippeimpfung - kann es zu Komplikationen kommen wie etwa allergischen Reaktionen. In solchen Fällen wäre unverzügliches ärztliches Notfallhandeln erforderlich, das in einer Apotheke nicht sofort verfügbar wäre. Zudem kann am besten der behandelnde (Haus-)Arzt in Kenntnis der Krankheitsgeschichte des Patienten etwaige Risikofaktoren für eine Impfung einschätzen, wie beispielsweise eine vorliegende Gerinnungsstörung oder Phobie.

Die niedergelassene Ärzteschaft im Rheinland hat in den letzten Jahren intensiv und in Zusammenarbeit mit den Kammern und der Landespolitik für das Impfen und speziell die Grippeimpfung geworben - dies zeigt bereits positive Effekte: In den letzten Jahren ist die Zahl der Influenza-Impfungen in Nordrhein sukzessive angestiegen. Während in den Jahren 2016 und 2017 zwischen 985.000 und 990.000 Grippeimpfungen durchgeführt wurden, stieg die Anzahl 2018 und 2019 auf jeweils rund 1,1 Millionen Influenza-Impfungen im Rheinland. Auch in der kommenden Impfsaison 2020/2021 werden wir die Bürgerinnen und Bürger, insbesondere die Angehörigen der Risikogruppen, wieder zu einer möglichst breiten Impfbeteiligung motivieren."