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Antihistaminika zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung

08.05.2020 KVNO aktuell, Praxisinfos, Verordnungsinfos

Das Antihistaminikum Desloratadin ist seit Februar 2020 auch als nicht verschreibungspflichtige Tabletten verfügbar. Die Verordnung der nicht verschreibungspflichtigen Antihistaminika Cetirizin, Levocetirizin, Loratadin und Desloratadin zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung ist nur mit Einschränkungen möglich.

Für Kinder bis 12 Jahren und für Jugendliche mit Entwicklungsstörungen können nicht verschreibungspflichtige Antihistaminika auf einem Kassenrezept verordnet werden. Jedoch muss auf die Zulassung geachtet werden. Beispielsweise sind Desloratadin Tabletten erst ab 12 Jahren zugelassen.

Für Erwachsene können nach der Anlage 1 der Arzneimittel-Richtlinie nicht verschreibungspflichtige Antihistaminika nur bei anhaltender allergischer Rhinitis mit schwerwiegender Symptomatik, bei der eine Behandlung mit Cortison-haltigem Nasenspray nicht ausreichend ist, sowie bei schweren, anhaltenden Pruritus zulasten der Krankenkasse verordnet werden.

Verschreibungspflichtige Antihistaminika mit Fexofenadin und Ebastin (oder Desloratadin mit europäischer Zulassung, ebenfalls verschreibungspflichtig) können aufgrund des Wirtschaftlichkeitsgebots nur verordnet werden, wenn rezeptfreie Arzneimittel nicht ausreichend (zu schwache Wirkung) oder nicht zweckmäßig (beispielsweise aufgrund von Nebenwirkungen) sind. Vor der Verordnung von verschreibungspflichtigen Antihistaminika zulasten der Krankenkasse sind daher Cetirizin, Levocetirizin, Loratadin und nun auch Desloratadin als Therapieoptionen zu prüfen. Bei allergischer Rhinitis, die nicht anhaltend oder schwerwiegend ist, und bei der keine Kortikoid-Nasensprays eingesetzt werden, müssen die Präparate von den Patienten selbst bezahlt werden.