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Vertreterversammlung – „Corona-VV“: Tagen per Videokonferenz

08.05.2020 KVNO aktuell, Praxisinfos

Die Vertreterversammlung (VV) der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein am 27. März 2020 stand ganz im Zeichen der Corona-Krise – inhaltlich und formal. Um eine etwaige gegenseitige Ansteckung auszuschließen, tagten die VV-Delegierten erstmals per Videokonferenz.

„Es war uns wichtig, die Vertreterversammlung zum vorgesehenen Zeitpunkt veranstalten zu können, denn die He­rausforderungen rund um die Ausbreitung des Coronavirus, bei der wir Niedergelassenen eine ganz wesentliche Rolle spielen, erfordern eine intensive Kooperation und viele Absprachen. Zudem stehen weitere wichtige Entscheidungen an, bei denen wir handlungsfähig bleiben müssen – nicht zuletzt der neue Einheitliche Bewertungsmaßstab (EBM)“, sagte Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein.

Das Bild zeigt die Vertreterversammlung im Video-Konferenz-Format.

Premiere im Sitzungsraum des Vorstands: Eine VV mit Sicherheitsabstand.

Der Vorstandsbericht fasste die Initiativen der KV Nordrhein zusammen, die schon mit Bekanntwerden der ersten bestätigten Corona-Fälle im Kreis Heinsberg die organisatorische Herausforderung zur Bewältigung der Krise annahm. Den Auftakt bildete am 28. Februar 2020 ein Treffen aller Kreisstellenvorsitzenden von KV und Kammer mit Minister Karl-Josef Laumann, zu dem der KVNO-Vorstand eingeladen hatte.

Danach ging es Schlag auf Schlag. Schon damals hat die KVNO auf die Dringlichkeit von Schutzausrüstung hingewiesen, um die ambulante Versorgung als „Schutzwall“ für die Kliniken aufrecht zu erhalten und katastrophalen Verhältnissen wie in anderen Ländern vorzubeugen – das gelang. Die KVNO hat dabei mit enormem Aufwand die Logistik zur Verteilung von Schutzmaterial an sämtliche Mitglieder aufgebaut.

Schutzschirm für Praxen

Ein weiteres Thema war die wirtschaftliche Situation der Praxen, deren ökonomische Basis während und für die Zeit nach der Pandemie gesichert werden müsse. Das Praxisgeschehen sei nicht nur durch sinkende Fallzahlen, sondern auch durch ein pandemiebedingt stark verändertes Leistungsgeschehen mit teilweise drastisch sinkenden Fallwerten charakterisiert. Der Zeit- und Materialaufwand steige hingegen stark an – das lasse sich mit dem derzeitigen EBM in keiner Weise abrechnungstechnisch abbilden.

Vorstand und VV forderten einstimmig Ausgleichszahlungen sowohl für die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung als auch für die extrabudgetäre Vergütung sowie eine entsprechende gesetzliche Vorgabe. Beschlossen wurde ein Antrag, der vorsieht, dass ab dem zweiten Quartal 2020 jedem Vertragsarzt, dessen Honorarvolumen pandemiebedingt das Vorjahresniveau unterschreitet, das Vorjahresvolumen ausgezahlt wird, sofern er seine Tätigkeit in einem der Pandemiesituation angemessenen Maß ausübt.

Der neue EBM kam ebenfalls zur Sprache. „Die Absicht war gut, aber die Ziele wurden nicht erreicht“, sagte Dr. med. Carsten König, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KVNO. Den EBM „punktsummen- und damit ausgabenneutral umzugestalten, wird nie ganz gerecht ausfallen können“. Der kalkulatorische Arztlohn wurde von 105.000 auf 117.060 Euro angehoben. Im Weiteren wurden die Kalkulationszeiten um rund ein Drittel abgesenkt. „Dies führt im Ergebnis zu einer Umverteilung in den Fachgruppen, im Wesentlichen zu Ungunsten der technischen Leistungen“, so der Vorstand.

Dr. Heiko Schmitz