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Vergütung für beruflich bedingte Reiseimpfungen

31.03.2020 Honorar, KVNO aktuell, Praxisinfos

Seit dem 1. April 2020 können Impfleistungen aufgrund beruflich bedingter oder die Ausbildung betreffender Reisen ins Ausland zulasten der gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet werden. Dies gilt darüber hinaus auch für die Impfleistungen im Rahmen einer beruflichen Impfindikation. Dazu hat die KV Nordrhein mit den nordrheinischen Krankenkassen die regionale Impfvereinbarung angepasst. Seit der letzten Änderung der Schutzimpfungs-Richtlinie Ende Dezember 2019 wurden die genannten Impfleistungen zunächst auf Privatrezept verordnet.

Die neue Regelung umfasst Impfleistungen für:

Einfachimpfungen

  • Cholera
  • FSME
  • Gelbfieber
  • Hepatitis A
  • Hepatitis B
  • Influenza
  • Masern
  • Meningokokken
  • Pneumokokken
  • Poliomyelitis
  • Tollwut
  • Typhus
  • Varizellen

Zweifachimpfungen

  • Hepatitis A
  • und Hepatitis B (HA-HB)

Dreifachimpfungen

  • Masern, Mumps, Röteln (MMR)
  • Diphtherie, Pertussis, Tetanus (Tdap)

Die Vergütungen entsprechen den regulären, extrabudgetären Pauschalen der in der regionalen Impfvereinbarung enthaltenen Impfleistungen. Das heißt 7,95 Euro für die Einfachimpfung sowie 10,21 Euro für die Zweifach- und Dreifachimpfung. Der Bezug der Impfstoffe erfolgt über den Sprechstundenbedarf.

Impfleistungen gegen Cholera, Gelbfieber, Typhus sowie Tollwut aufgrund beruflich bedingter oder die Ausbildung betreffender Reisen ins Ausland werden mit einem pauschalen Vergütungsaufschlag in Höhe von 3,05 Euro auf die Pauschale für die jeweilige Einfachimpfung extrabudgetär vergütet. Dieser Aufschlag ist ausschließlich in Kombination mit den Impfziffern für die Impfungen gegen Cholera (SNR 89130 V, 89130W, 89130X), Gelbfieber (SNR 89131Y), Typhus (SNR 89133Y; 89133X) und Tollwut (SNR 89132V, 89132W, 89132X) über die SNR 89080 abrechenbar. Die SNR 89080 ist für das zweite Quartal 2020 manuell in die PVS-Systeme einzugeben.

Voraussetzung für die Abrechnung des Aufschlags ist eine entsprechende Aufklärung. Diese umfasst eine reisemedizinische Beratung einschließlich Prüfung des Infektionsrisikos je nach aktuellem Impfstatus, Reiseland, Art und Dauer der Reise, Saison, geplanten Aktivitäten und möglicher vorbestehender Grundkrankheiten, eine Gefährdungsbeurteilung und Prüfung der Indikation zur Impfung aufgrund eines individuell erhöhten Expositions-, Erkrankungs- oder Komplikationsrisikos, eine Aufklärung zu Verhaltensweisen im Reiseland und zu sonstigen Maßnahmen der Prophylaxe von Infektionskrankheiten sowie eine Information über aktuelle gesundheitliche Risiken im Reiseland.