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Telemedizin: Weitere zwei Millionen Euro Förderung

08.05.2020 KVNO aktuell, Praxisinfos

Das Land Nordrhein-Westfalen stellt im Jahr 2020 erneut zwei Millionen Euro für die Förderung der Telemedizin in der ambulanten Versorgung zur Verfügung.

„Ich freue mich sehr, dass wir unsere Förderung auch dieses Jahr fortsetzen können. Nach dem Erfolg unseres Förderprogramms 2019 bin ich mir sicher, dass die zusätzlichen Fördermittel auch in diesem Jahr in voller Höhe abgerufen werden“, sagte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann: „Das Interesse an der Telemedizin steigt mehr und mehr.“

Im vergangenen Jahr hatte das Gesundheitsministerium gemeinsam mit den Kassenärztlichen Vereinigungen, den Hausärzteverbänden und den Krankenkassen ein Förderprogramm entwickelt, mit dem Arztpraxen, Pflegeheime, ambulante Pflegedienste und Hospize die Förderung technischer Telemedizinkomponenten und eHealth-Fortbildungen beantragen konnten. Anträge konnten bis Mitte Februar bei den beiden Kassenärztlichen Vereinigungen eingereicht werden, die auch die Auszahlung der Fördermittel übernommen haben. Die Nachfrage übertraf alle Erwartungen, sodass die gesamte Fördersumme verausgabt werden konnte.

„Ich freue mich über die positive Resonanz auf das Förderprogramm“, sagt Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein. „Gerade im aktuellen Fall des Coronavirus erleben wir hautnah, wie sinnvoll der Einsatz telemedizinischer Lösungen das Versorgungsgeschehen ergänzen kann. So bieten etwa Videosprechstunden die Chance, Patienten ohne persönlichen Kontakt in der Praxis zu versorgen, um sie so vor einer möglichen Ansteckung zu schützen.“

Technik

Gefördert wird zum einen die technische Infrastruktur zur Durchführung von Videosprechstunden zwischen Ärzten und Patienten sowie zur telemedizinisch gestützten Delegation. Geld gibt es für technische Telemedizinkomponenten wie zum Beispiel den Telearzt-Rucksack.

Die Anschaffungskosten werden mit bis zu 90 Prozent für niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten, Medizinische Versorgungszentren und Praxisnetze übernommen. Schaffen sich Pflegeheime, Hospize beziehungsweise besondere Einrichtungen die entsprechende Infrastruktur für die Nutzung der elektronischen Visite in der Pflege an, erhalten sie eine Förderquote von 60 Prozent.

Fortbildungen

Zahlreiche Fortbildungen für Ärzte und Medizinische Fachangestellte (MFA) im Bereich Telematik und Telemedizin sind ebenfalls förderfähig, beispielsweise die Ausbildung von MFA zur Entlastenden Versorgungsassistentin (EVA) oder zur Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis (VERAH) sowie alle mit Fortbildungspunkten bewerteten Seminare. Weiterbildungen und Schulungen werden mit bis zu 80 Prozent der Gesamtkosten gefördert.

Frank Naundorf