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Aktuelle Fragen an die Serviceteams – und deren Antworten: Die häufigsten Fragen und Antworten zum Coronavirus

08.05.2020 KVNO aktuell, Praxisinfos

Die Pandemie mit SARS-CoV-2 führt zu vielen Fragen in der Ärzteschaft. Die fünf häufigsten Fragen haben wir für Sie zusammengestellt. Weitere Fragen und Antworten finden Sie bei uns im Internet.

Wann und wo bekommen wir die Schutzmaterialien der KV? Bekommen alle Praxen etwas?

Die Kassenärztliche Vereinigung verteilt die vom Bundesgesundheitsministerium gelieferte sowie selbst eingekaufte Schutzausrüstung schnellstmöglich an Praxen in Nordrhein weiter. Die Reihenfolge, in der die Regionen beliefert werden, richtet sich nach dem Bedarf beziehungsweise nach den aktuellen Infiziertenzahlen.

Die Abgabe erfolgt über regionale Ausgabestellen. Standort und Ausgabezeit werden den Praxen per Fax oder E-Mail mitgeteilt. Die Benachrichtigung enthält einen QR-Code, mit dem sich die kontaktierten Praxen vor Ort legitimieren müssen.

Praxen sollten ihr Fax-Gerät oder ihr E-Mail-Postfach in den nächsten Wochen im Blick behalten. Damit auch alle Praxen informiert werden können, ist es extrem wichtig, dass wir korrekte Kontaktdaten haben. Ob das der Fall ist, können Sie den Angaben in unserem Mitgliederverzeichnis auf kvno.de entnehmen. Bei falschen Angaben teilen Sie bitte den Arztregistern per Fax oder E-Mail die richtige Adresse mit. Das Meldeformular finden Sie ebenfalls im Internet.

Welche psychotherapeutischen Leistungen können über die Videosprechstunde erfolgen und wie beantragen wir diese?

Alle Richtlinientherapien können über Video­sprechstunde erfolgen. Eine von KBV und GKV-Spitzenverband getroffene Sonderregelung gilt ab sofort und betrifft die Videosprechstunde sowie die Umwandlung von Gruppen- in Einzeltherapien.

Dies erlaubt es, diagnostische Einschätzungen und eine Einleitung von Psychotherapie auch per Video vorzunehmen. Eine Psychotherapie kann somit in Einzelfällen auch ohne persönlichen Kontakt zwischen Patient und Therapeut beginnen. Zur Umsetzung der Sonderregelungen wurde der EBM so angepasst, dass die entsprechenden Gebührenordnungspositionen bis Ende Juni auch abgerechnet werden dürfen, wenn die Leistungen per Videosprechstunde durchgeführt wurden.

Genehmigte Leistungen einer Gruppenpsychotherapie können übergangsweise in Einzelpsychotherapie umgewandelt werden, ohne dass hierfür eine gesonderte Antragstellung bei der Krankenkasse oder eine Begutachtung erfolgen muss. All diese Regelungen gelten bis 30. Juni 2020.

Muss ein Patient für Arzneimittelrezepte und andere Verordnungen sowie Überweisungen seine elektronische Gesundheitskarte (eGK) jedes Quartal neu einlesen lassen?

Wenn es sich um bekannte Patienten handelt, gilt für das Einlesen der eGK das übliche Verfahren: Findet in einem Quartal ausschließlich ein telefonischer Kontakt statt, übernehmen Ärzte die Versichertendaten aus der Patientenkartei. Die Vorlage der eGK ist in diesem Fall nicht erforderlich. Der Fall wird in der Abrechnung erfasst und zählt auch in der Prüfung nach Durchschnittswerten. Als bekannter Patient gilt derjenige, der in den zurückliegenden sechs Quartalen (1. Oktober 2018 bis 31. März 2020) mindestens einmal in der Praxis war.

Dies gilt für folgende Verordnungen:

  • Folgeverordnungen für Arzneimittel (einschließlich BtM-Rezepte)
  • Verordnung einer Krankenbeförderung (Muster 4)
  • Überweisungen (Muster 6 und 10)
  • Folgeverordnungen für häusliche Krankenpflege (Muster 12)
  • Folgeverordnungen für Heilmittel (Muster 13, Physiotherapie und Podologie, Muster 14, Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie, Muster 18, Ergotherapie und Ernährungstherapie)

Ärzte sollten bei der Verordnung von Arzneimitteln folgende Punkte besonders berücksichtigen:

  • Keine Mehrfachverordnungen: Insbesondere bei chronisch kranken Patienten sollte im bisher gewohnten Umfang verordnet werden (zum Beispiel mit einer N3-Packung).
  • Keine zusätzlichen Privatrezepte: Soweit aus ärztlicher Sicht nicht erforderlich, sollte hierauf verzichtet werden. Die Arzneimittel stehen dann den Patienten zur Verfügung, die diese dringend benötigen.
  • Aut-idem ermöglichen: Stellen Sie, wenn möglich, eine Wirkstoffverordnung aus und wenden Sie das Austauschverbot (Aut-idem-Kreuz) nur in medizinisch begründeten Einzelfällen an.

Ziel ist es, Versorgungsengpässen bei Arzneimitteln vorzubeugen und im Fall temporärer Engpässe die Verfügbarkeit davon betroffener Arzneimittel zu verlängern.

Wann wird die 88240 zur Kennzeichnung angegeben und welcher ICD-Code wird hier verwendet?

Alle ärztlichen Leistungen im Zusammenhang mit einem klinischen Verdacht auf eine Infektion oder einer bestätigten Infektion mit SARS-CoV-2 sind mit der Ziffer 88240 zu kennzeichnen. Dies gilt auch, wenn der Patient durch die Terminservicestelle vermittelt wurde. Die ärztlichen Leistungen werden seit 1. Februar 2020 in voller Höhe extrabudgetär bezahlt.

Die ICD-Verschlüsselung für die Coronavirus-Krankheit lautet: U07.1! Covid-19 (Coronavirus-Krankheit-2019). Wichtig bei der Angabe des Schlüssels ist die differenzierte Verwendung des Zusatzkennzeichens für die Diagnosesicherheit. Der Diagnoseschlüssel U07.2! ist neu und gilt ab dem zweiten Quartal.

Mit dem Kode U07.2! werden ab dem zweiten Quartal die „Verdachtsfälle“ kodiert, bei denen klinisch-epidemiologisch eine Covid-19-Erkrankung diagnostiziert wurde, aber SARS-CoV-2 durch einen Labortest nicht nachgewiesen werden konnte.