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Neue Technik zum Übermitteln von eArztbriefen: KIM kommt in die Praxen

08.05.2020 KVNO aktuell, Praxisinfos

Der Versand von eArztbriefen soll künftig nur noch über den Übermittlungsdienst „Kommunikation im Medizinwesen“ (KIM) erfolgen. Im April sind in Nordrhein die ersten Tests in Praxen gestartet. Ab Juli soll die Technik überall einsetzbar sein.

Über KIM sollen digitale Dokumente und Nachrichten zwischen Praxen so­ wie zwischen Praxen und Krankenhäusern ausgetauscht werden. Ab 1. Juli 2020 erhalten Praxen eine Vergütung für das Übermitteln von eArztbriefen nur dann, wenn sie KIM einsetzen.

Der Dienst, der bisher unter der Bezeichnung KOM-LE firmierte, wird von der gematik für die Telematikinfrastruktur zugelassen und soll für eine größtmögliche Sicherheit sorgen. KIM ermöglicht eine barrierefreie und vertrauliche Kommunikation zwischen allen Teilnehmern der Telematikinfrastruktur. Nachrichten und medizinische Dokumente können über den elektronischen Heilberufsausweis oder die Praxis- beziehungsweise Institutionskarte (SMC-B) zuerst signiert und dann über eine verschlüsselte E-Mail sicher ausgetauscht werden.

Die Übermittlung von eArztbriefen wird als erste Anwendung zur Verfügung stehen. Später soll auch der Versand von elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (eAU), Heil- und Kostenplänen, weiteren Formularen, Befunden, Bescheiden, Abrechnungen und Röntgenbildern über KIM stattfinden.

Die Krankenkassen zahlen künftig für den Versand von eArztbriefen eine Betriebskostenpauschale von 23,40 Euro pro Quartal je Praxis. Ärzte und Psychotherapeuten erhalten für die Einrichtung von KIM zusätzlich einmalig 100 Euro je Praxis.

Für die Übermittlung von eArztbriefen gelten die Regelungen der Richtlinie elektronischer Arztbrief der KBV. Aus diesem Grund sind die Pauschalen bis zur Verfügbarkeit des Kommunikationsdienstes KIM vorerst auch noch für versendete und empfangene eArztbriefe über KV-Connect abrechenbar.

eArztbrief über KIM

 

Tests laufen

Für den Einsatz von KIM benötigen Praxen unter anderem einen E-Health-Konnektor. Ob das Gerät und die Arbeit damit im Praxisalltag störungsfrei funktionieren, soll ein Feldtest zeigen, der im April unter der Regie der KV Nordrhein angelaufen ist. An diesem nehmen 50 Ärzte aus dem Rheinland teil. Dazu kommen ein Krankenhaus in Aachen sowie vier Zahnärzte aus verschiedenen Bundesländern.

Für den Feldtest hat die gematik den Konnektor KoCoBox MED+ der Compu­- ­Group Medical (CGM) zugelassen, der über ein Software-Update zum E-Health-Konnektor wird. Ein Austausch der Geräte ist nicht notwendig. Die CGM plant den Feldtest bis Ende Mai 2020 abzuschließen.

Rollout im Juli geplant

Die CGM will im Laufe des Juni den flächendeckenden KIM-Rollout in ganz Deutschland starten. Auch andere Hersteller stehen in den Startlöchern. Für alle gilt nach Angaben der gematik: Um die bundesweite „Produktivzulassung“ zu erhalten, müssen die Hersteller zusätzlich zu einem erfolgreich abgeschlossenen Feldtest nachweisen, dass das Gerät funktional, interoperabel und sicher ist. Die Zulassung erfolgt ebenfalls über ein Software-Update für Konnektoren und Praxisverwaltungssysteme.

Wenn es nach den Vorstellungen von Kassenärztlicher Bundesvereinigung und gematik geht, sollte im Juli der Einsatz von KIM bundesweit möglich sein. Ob das klappt, berichten wir in der nächsten Ausgabe von KVNO aktuell.

Frank Naundorf