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Honorarverteilungsmaßstab: Aktuelle Änderungen am HVM

08.05.2020 Honorar, KVNO aktuell

Die Vertreterversammlung hat Änderungen am Honorarverteilungsmaßstab (HVM) beschlossen, die bereits für das laufende 2. Quartal 2020 gelten. Hierbei wird insbesondere die Umsetzung der EBM-Reform in die Honorarverteilung vorgenommen.

Nachdem der Bewertungsausschuss den Beschluss gefasst und die Reform des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) Ende Dezember 2019 auf den Weg gebracht hat, musste die Vertreterversammlung prüfen, wie sich die EBM-Reform in der Honorarverteilung niederschlagen soll. Bei der Entscheidungsfindung spielte insbesondere die bisherige Vorgehensweise in Nordrhein eine Rolle.

Anpassungsfaktoren im HVM

Ein Grundelement der Honorarverteilung in Nordrhein ist, dass grundsätzlich alle Geldmittelzuweisungen auf Basis des EBM erfolgen. Hierbei wird immer auf den abgerechneten und anerkannten Leistungsbedarf des Vorjahres abgestellt. Sofern neue EBM-Leistungen oder EBM-Anpassungen erfolgen, werden diese über sogenannten Anpassungsfaktoren abgebildet.

Auf Basis dieses Grundelements findet daher auch bei dieser EBM-Reform eine Anpassung der zur Verfügung stehenden Honorarvolumen der Arztgruppen über Anpassungsfaktoren statt, die die Veränderungen durch die EBM-Reform abbilden. Das bedeutet, dass Höherbewertungen oder Absenkungen direkt abgebildet werden und zu einer Veränderung der Fallwerte in den Regelleistungsvolumen (RLV) beziehungsweise den Fallwerten der Qualifikationsgebundenen Zusatzvolumen (QZV) führen.

Kontingent für Psychotherapie

Im Bereich der Psychotherapie gibt es weitere Änderungen: Alle nicht antrags- und genehmigungspflichtigen Leistungen sowie die Grundpauschalen und die Gesprächsleistungen werden innerhalb eines Kontingents vergütet. Die Vergütung hängt damit von der Menge der abgerechneten Leistungen ab, da das Kontingent auf Basis des jeweiligen Leistungsbedarfs des Vorjahres – unter Berücksichtigung der veränderten Bewertung aufgrund der EBM-Reform – gebildet wird. Wenn also mehr der genannten Leistungen abgerechnet werden, liegt die Vergütung der Leistungen entsprechend unter der EBM-Bewertung.

Die Bildung eines Kontingents dient dazu, andere Fachgruppen von der Mengenentwicklung im Bereich Psychotherapie zu entkoppeln. Alle weiteren Leistungen im Bereich der Psychotherapie (antrags- und genehmigungspflichtige Leistungen, Sprechstunde, Akutbehandlung etc.) werden weiterhin ohne Mengenbegrenzung gezahlt.

Weitere Änderungen im HVM

Bei der Verteilung der RLV-relevanten Behandlungsfälle in fachungleichen Berufsausübungsgemeinschaften (BAG), Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) und Praxen mit angestellten Ärzten (Anlage 2, Schritt 4) wurde zwecks Verhinderung einer nicht sachgerechten Steigerung der RLV-Fallzahl im Zusammenhang mit dem Eintreten des TSVG-Arztgruppenfalls die Berechnungssystematik angepasst.

Die Regelung war erforderlich, da es insbesondere dann, wenn der Patient nicht bei allen Ärzten in einer Praxis eine TSVG-Konstellation auslöst, zu einer Verschiebung der RLV-Fallzahl und damit zu einer nicht sachgerechten Steigerung der RLV-Fallzahl führt. In diesem Fall ist die RLV-Fallzahl nachträglich um den TSVG-Anteil zu bereinigen.

Die Leistungen der Sozialpsychiatrie, die Behandlung von HIV-Patienten, die vitreoretinale Chirurgie und Leistungen der Onkologievereinbarung wurden aus dem HVM gestrichen. Diese Leistungen werden nun außerhalb der morbiditätsorientierten Gesamtvergütung bezahlt.

Alle Regelungen prüft die Vertreterversammlung regelmäßig hinsichtlich ihrer Auswirkungen, um Anpassungen vorzunehmen, wenn nötig.

Honorarabteilung