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Neue Pauschalen: eArztbriefe besser bezahlt

08.05.2020 KVNO aktuell, Praxisinfos

Für elektronische Arztbriefe und Befunde gibt es ab 1. Juli 2020 eine zusätzliche Vergütung. Der Versand von Unterlagen per Post wird dagegen schlechter vergütet. Neu ist eine Fax-Kostenpauschale.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband setzen mit der Neuregelung eine gesetzliche Vorgabe: Die Vergütung für den Fax-Versand darf maximal halb so hoch sein wie die Vergütung für den eArztbrief. Damit soll der Umstieg auf die elektronische Kommunikation beschleunigt werden.

Extrabudgetäre Pauschale

Konkret sieht das so aus: Die Gebührenordnungspositionen (GOP) 86900 und 86901 bleiben, wie sie sind. Ärzte und Psychotherapeuten erhalten also weiter 28 Cent für den Versand und 27 Cent für den Empfang je eArztbrief. Dazu kommt ab 1. Juli eine Strukturförderpauschale (GOP 01660) für den elektronischen Versand von 10,99 Cent je eArtzbrief.

Laut KBV gilt für beide Pauschalen 86900 und 86901 ein gemeinsamer Höchstwert von 23,40 Euro je Quartal und Arzt. Unbegrenzt wird dagegen die Strukturförderpauschale gezahlt – für jeden versendeten eArztbrief extrabudgetär. Die Förderpauschale ist vorerst auf drei Jahre befristet.

Der Versand von eArztbriefen soll künftig nur noch über den Übermittlungsdienst „Kommunikation im Medizinwesen“, kurz KIM, erfolgen (siehe Seite 39). Der Dienst, der bisher unter der Bezeichnung KOM-LE firmierte, wird von der gematik für die Telematik­- infrastruktur zugelassen und soll für eine größtmögliche Sicherheit sorgen.

Postversand: Nur noch 81 Cent

Für den Postversand von Arztbriefen und Unterlagen erhalten Praxen dagegen weniger als bis dato. Ab Juli können sie nur noch die Porto-Kostenpauschale 40110 abrechnen, sie ist mit 81 Cent bewertet. Die bisherigen Kostenpauschalen 40120 bis 40126 für das Porto sowie die Pauschale 40144 für Kopien entfallen.

Eventuell entfällt ab Juli auch die GOP 40122. Über diese Kostenpauschale erhalten Praxen aktuell die Versandkosten für telefonisch ausgestellte AU-Bescheinigungen, Folgerezepte, Überweisungen etc. in Höhe von 90 Cent je Brief. Diese Regelung gilt im Rahmen der Coronavirus- Pandemie vorerst bis 30. Juni 2020.

Eigene Fax-Kostenpauschale

Ebenfalls neu ab dem 1. Juli ist eine eigene Fax-Kostenpauschale. Die Abrechnung erfolgt über die neue GOP 40111. Sie ist zunächst mit zehn Cent je Telefax bewertet, ab 1. Juli 2021 nur noch mit fünf Cent.

Die 40110 (Briefporto) und die 40111 (Fax) unterliegen einem gemeinsamen Höchstwert je Arzt oder Psychotherapeut, der arztgruppenspezifisch festgelegt ist. Bei Allgemeinmedizinern, hausärztlichen Internisten und Pädiatern zum Beispiel liegt der Wert bei 38,88 Euro je Quartal.

Frank Naundorf

Vergütung für Versand von Arztbriefen

Per eArztbrief
GOP 86900 für den Versand (28 Cent) plus GOP 01660 für die Strukturförderpauschale (1 Punkt/10,99 Cent), unbegrenzt GOP 86901 für den Empfang (27 Cent) Für die Pauschalen 86900 und 86901 gilt ein gemeinsamer Höchstwert von 23,40 Euro je Quartal und Arzt.

Per Post
Porto-Kostenpauschale 40110: 81 Cent

Per Fax
Fax-Kostenpauschale 40111: 10 Cent Zum 1. Juli 2021 sinkt die Bewertung auf 5 Cent pro Fax-Versand.

Höchstwert für Post-Pauschale und Fax-Pauschale
Für die Kostenpauschalen 40110 und 40111 gibt es einen fachgruppen­spezifischen Höchstwert