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Telemedizin: Land NRW fördert weiter

20.03.2020 KVNO aktuell, Praxisinfos

Für Praxen, Pflegeheime und Hospize in Nordrhein hatte das Land Nordrhein-Westfalen Ende 2019 eine Million Euro an Fördermitteln für die weitere Verbreitung der Telemedizin zur Verfügung gestellt. Das Interesse bei den Praxen war so groß, dass das Land plant, die Fördersumme um eine weitere Million Euro zu erhöhen.

Bisher hat die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein von rund 150 Praxen Förderanträge erhalten und bereits Gelder in Höhe von einer Million Euro zugesagt. Interessierte Praxen können weiterhin Förderanträge stellen. Allerdings sollte dies zeitnah geschehen, da die Nachfrage groß ist. Neu ist, dass auch besondere Wohnformen nach SGB XII und Einrichtungen, die gem. § 119 c SGB V zugelassen sind, jetzt Anträge stellen können.

Praxen, die bereits einen Antrag gestellt haben und sich noch auf der Warteliste befinden, müssen keinen erneuten Antrag stellen. Weiterhin gilt das Windhund-Prinzip.

Technik

Gefördert wird zum einen die technische Infrastruktur zur Durchführung von Videosprechstunden zwischen Ärzten und Patienten sowie zur telemedizinisch gestützten Delegation. Geld gibt es für technische Telemedizinkomponenten wie zum Beispiel den Telearzt-Rucksack.

Die Anschaffungskosten werden mit bis zu 90 Prozent für niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten, medizinische Versorgungszentren und Praxisnetze übernommen. Schaffen sich Pflegeheime, Hospize bzw. besondere Einrichtungen die entsprechende Infrastruktur für die Nutzung der elektronischen Visite in der Pflege an, erhalten sie eine Förderquote von 60 Prozent.

Das Foto zeigt eine Ärztin im Videogespräch mit einem Patienten.

Telemedizin kann die Versorgung verbessern, vor allem in ländlichen Regionen.

Fortbildungen

Zahlreiche Fortbildungen für Ärzte und Medizinische Fachangestellte (MFA) im Bereich Telematik und Telemedizin sind ebenfalls förderfähig, beispielsweise die Ausbildung von MFA zur Entlastenden Versorgungsassistentin (EVA) oder zur Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis (VERAH) sowie alle mit Fortbildungspunkten bewerteten Seminare. Weiterbildungen und Schulungen werden mit bis zu 80 Prozent der Gesamtkosten gefördert.

Gemeinsam mit den Kassenärztlichen Vereinigungen, den Hausärzteverbänden und den Krankenkassen hat das Land ein Förderprogramm entwickelt, mit dem Arztpraxen, Pflegeheime, ambulante Pflegedienste und Hospize die Förderung technischer Telemedizinkomponenten und eHealth-Fortbildungen beantragen können.

Simone Heimann