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Förderung der Telemedizin in der ambulanten Versorgung in Nordrhein-Westfalen

24.10.2019 Praxisinfos

Die Digitalisierung ist ein starker Treiber von innovativen Versorgungsstrukturen und gleichzeitig eine der größten Herausforderungen für das Gesundheitswesen in den kommenden Jahren. Um das Potenzial digitaler Möglichkeiten für die Patienten und Leistungserbringer ausschöpfen zu können hat das Land Nordrhein-Westfalen zwei Millionen Euro zur Verfügung gestellt mit dem Ziel, die Erfahrungen aus bisherigen erfolgreichen Pilotprojekten in die Fläche zu übertragen. Die KV Nordrhein erhält aus dem Projekt eine Million Euro, um den förderungswilligen und -berechtigten Akteuren aus dem Gesundheitswesen die Fördermittel zur Verfügung stellen zu können.

Telemedizinische Angebote können sowohl Ärzte wie auch nicht ärztliches medizinisches und pflegerisches Personal bei ihrer Arbeit unterstützen. Beispielsweise ermöglichen Telekonsile die schnelle Verfügbarkeit fachärztlicher Expertise in der Hausarztpraxis und die Videovisite, gekoppelt mit einer elektronischen Datenübertragung zwischen Arzt und nicht ärztlichem Personal oder Pflegefachkraft, verbessert die Qualität von Hausbesuchen oder im Pflegeheim. Auch die Langzeiterfassung medizinisch relevanter Vitaldaten der Patienten bedeutet für diese eine deutliche Verbesserung der Versorgungsqualität und für den betreuenden Arzt eine Entlastung von Routineaufgaben. Rein technisch sind viele telemedizinische Anwendungen bereits möglich. Allerdings kommt die Telemedizin bisher überwiegend in Einzelfällen, in geförderten Pilotprojekten oder in ausgewählten regionalen Kontexten zum Einsatz.

Mit den nun bereitgestellten finanziellen Mitteln soll konkret die telemedizinische Infrastruktur ausgebaut und die dazugehörige Aus- und Weiterbildung parallel gefördert werden. Unter telemedizinische Infrastruktur fallen insbesondere zertifizierte Geräte zur Umsetzung von Videokonferenzen, zur Vitaldatenerfassung und zur Übertragung der gerätetechnisch erfassten Daten in die Arztpraxis.

Die Anschaffungskosten werden mit insgesamt bis zu 90 Prozent für niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten, medizinische Versorgungszentren und Praxisnetze beziehungsweise bis zu 60 Prozent für Pflegeheime, Hospize und ambulante Pflegedienste übernommen. Damit die telemedizinisch gestützte Delegation in der Fläche zum Einsatz kommen kann, muss zudem vermehrt nicht ärztliches Personal zur Erbringung ärztlich angeordneter Hilfeleistungen qualifiziert werden sowie das Wissen um die Telemedizin sowohl auf ärztlicher wie auch auf nicht ärztlicher Seite gestärkt werden. Aufgrund dessen werden für die oben genannten Personengruppen und Institutionen sowie für Vertragsärzte und Psychotherapeuten, die ohne eigene Praxis in der ambulanten Versorgung tätig sind, und medizinische Fachangestellte entsprechende Fortbildungen und Seminare in diesen Bereichen mit bis zu 80 Prozent der Gesamtkosten gefördert.

In diesem Förderprojekt gelten die Allgemeine Nebenbestimmungen für Zuwendungen zur Projektförderung.