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Sommerempfang von Ärztekammer und KV Nordrhein: Werbung für die 116117 und Kritik an Vorgaben der Politik

11.09.2019 Pressemitteilungen

Kleiner Spot, große Wirkung: Mit einem Einspieler des aktuellen TV-Spots mit den Elfen der bundesweiten Kampagne für die Bereitschaftsdienst-Hotline 116117 würzte Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein, seinen Vortrag auf dem Sommerempfang von Kammer und KV Nordrhein am 11. September. Gastgeber waren neben Bergmann auch Dr. med. Carsten König, stellvertretender Vorstandvorsitzender der KVNO, Ärztekammer-Präsident Rudolf Henke und sein Stellvertreter Bernd Zimmer, die beide am vergangenen Samstag in ihren Ämtern bestätigt worden waren, wozu Ihnen Bergmann herzlich gratulierte.

Rund 350 Gäste aus Politik, Selbstverwaltung und Ärzteschaft, darunter Edmund Heller, Staatssekretär im NRW-Gesundheitsministerium, der Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung sowie Mathias Mohrmann, Vorstandsmitglied der AOK Rheinland/Hamburg, ließen sich von Bergmann über die am 30. August gestartete Kampagne und die Perspektiven der Hotline informieren: „Sie ist deshalb so wichtig, weil die 116117 zu einer zentralen Servicenummer in der ambulanten Versorgung werden wird. Ab Januar 2020 werden darunter auch unsere Terminservicestellen erreichbar sein“, sagte Bergmann. Dazu werde daran gearbeitet, die 116117 mit der Nummer des Rettungsdienstes, der 112, zu verbinden – ein entsprechendes Modellprojekt läuft seit Jahresbeginn erfolgreich in Köln. Ohnehin schreite die Weiterentwicklung des Notdienstes – gemäß der Vorgaben aus dem Termin-Servicegesetz (TSVG) – erheblich voran, etwa mit neuen Portalpraxen und einer engen Kooperation zwischen fachärztlichen Notdienstpraxen und Fachkliniken. 

Umso unverständlicher seien die nicht zu den bisherigen Vorgaben passenden Pläne eines weiteren Gesetzes zur Notfallversorgung: „Das Vertrauen auf der Bundesebene scheint brüchig. Sonst bräuchte es kein Gesetz, das den Sicherstellungsauftrag für den Notdienst von den KVen auf das Land übertragen will: Das wäre ein heftiger Eingriff in eine der Kernaufgaben des KV-Systems“, sagte Bergmann. Ein „dritter Sektor“ in der Notfallversorgung und insbesondere die Übertragung des Sicherstellungsauftrags auf das Land würden zu erheblichen Schnittstellenproblemen, zu noch mehr Bürokratie und zu erheblich steigenden Kosten führen.

Das Foto zeigt: (v. l.) Dr. med. Carsten König und Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzende der KV Nordrhein, Edmund Heller, Staatssekretär im NRW-Gesundheitsministerium, und Ärztekammer-Präsident Rudolf Henke und sein Stellvertreter Bernd Zimme

Von links: Dr. med. Carsten König und Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzende der KV Nordrhein, Edmund Heller, Staatssekretär im NRW-Gesundheitsministerium, und Ärztekammer-Präsident Rudolf Henke und sein Stellvertreter Bernd Zimmer auf dem Sommerempfang von Ärztekammer und KV Nordrhein in Düsseldorf

Staatssekretär Heller lobt gute Zusammenarbeit

In Vertretung von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann ging auch Staatssekretär Edmund Heller zunächst auf die Bundesebene ein: „Wenn ein Bundesgesundheitsminister durchschnittlich ein Gesetz pro Monat auf den Weg bringt, ist klar, dass die Bundesgesundheitspolitik ein Thema ist, das uns allen unter den Nägeln brennt“, sagte Heller. Für das Land und die Selbstverwaltung sei vor allem das „Termin-Servicegesetz“ (TSVG), das in Sachen Terminvermittlung eine gewaltige Herausforderung für die KVen sei, von Bedeutung – nicht zuletzt wegen der neuen Mitwirkungsmöglichkeiten des Landes beim Thema Sicherstellung. „Als Land möchten wir mit dieser neuen Möglichkeit, den Rahmen für ambulante Versorgung ein Stück weit mitgestalten zu können, verantwortungsvoll umgehen. Die KVen sind unsere Partner, nicht unsere Gegner.“

Als aktuelles Beispiel für die „gute und fruchtbare Zusammenarbeit – das gilt auch für unsere beiden Ärztekammern“– nannte Heller die Umsetzung der Vereinbarung zum „Quereinstieg Allgemeinmedizin“. Damit hätten die Partner einen „Nerv“ getroffen: „Über 50 (potenzielle) zusätzliche Hausärztinnen und Hausärzte zur Stärkung der wohnortnahen hausärztlichen Versorgung sind ein großer Erfolg für NRW“, so der Staatsekretär. Auch die Landarztquote verschaffe Nordrhein-Westfalen eine Vorreiterrolle: Auf einen Studienplatz kamen im ersten Bewerbungsverfahren neun Bewerbungen. „Das große Interesse an der Landarztquote zeigt: Es gibt viele, die sich gut vorstellen können, später als Hausärztin oder Hausarzt auf dem Land tätig zu werden“, sagte Heller.

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