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Neue Wege in der Notfallversorgung

17.05.2019 Pressemitteilungen

Ab 1. Januar 2020 erweitern die KVen unter der Notdienst-Hotline 116117 ihr Angebot für Patienten in der Akut- und Notfallversorgung. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) präsentierte jetzt die für die medizinische Ersteinschätzung genutzte Software „SmED“. Parallel dazu forderte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann in Aachen den weiteren Einsatz von Tele-Notärzten im Rettungsdienst.

Schon heute bieten die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) unter der Rufnummer 116117 eine telefonische Ersteinschätzung der Beschwerden an und vermitteln eine der Dringlichkeit angemessene ärztliche Versorgung. Mit dem softwaregestützten medizinischen Ersteinschätzungsverfahren SmED (Strukturierte medizinische Ersteinschätzung in Deutschland) werden Patienten von qualifiziertem Personal durch strukturierte Fragen in die richtige Versorgungsebene zur weiteren Abklärung ihrer Beschwerden gelenkt.

Mit dem Inkrafttreten des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) am 11. Mai 2019 laufen die Vorbereitungen für das vom Gesetzgeber geforderte, erweiterte Patienten-Angebot in der Akut- und Notfallversorgung. Zum 1. Januar 2020 soll die 116117 bundesweit rund um die Uhr zur Verfügung stehen – 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Nach telefonischer Ersteinschätzung werden dort Termine bei Haus- und Fachärzten vermittelt. Patienten erhalten eine Empfehlung mit welchen akuten Beschwerden eine Vorstellung in einer Krankenhausnotaufnahme angezeigt ist. In Notfällen erfolgt die Übergabe an den Rettungsdienst. In einigen Regionen wird auch die Möglichkeit einer ärztlichen Telekonsultation angeboten.

Das Foto zeigt den KVNO-Vorstandsvorsitzen Dr. med. Frank Bergmann

KVNO-Vorstandsvorsitzender Dr. med. Frank Bergmann stellte das Kölner Leitstellenprojekt vor.

„SmED ist ein zentraler Baustein für die künftige Patientensteuerung. Das evidenzbasierte Verfahren ermöglicht eine sichere Empfehlung, wer tatsächlich die Notaufnahme eines Krankenhauses aufsuchen muss. Zudem verfolgen wir das Prinzip des gemeinsamen Tresens von Portalpraxen und Notfallambulanzen der Kliniken", sagte Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), am 16. Mai auf einer Pressekonferenz in Berlin.

In Sachen Telemedizin gab es parallel auch auf NRW-Ebene einen wichtigen Schritt: Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann hatte in der Hauptwache und Leitstelle der Berufsfeuerwehr Aachen zu einem Workshop eingeladen, an dem neben der Führung der Berufsfeuerwehr unter anderem weitere Vertreter des Rettungsdienstes sowie Repräsentanten der Landesärztekammern, Krankenkassen und die KV Nordrhein teilnahmen. Ziel von Minister Laumann ist, das in Aachen 2014 eingeführte Tele-Notarzt-System auf weitere Standorte zu übertragen. Bis zum Spätherbst sollen nächste Schritte dazu erfolgen.

Das Foto zeigt Dr. Stephan Hofmeister, Mitglied des KBV-Vorstands.

KBV-Vorstandsmitglied Dr. med. Stephan Hofmeister erläuterte Details der Software SmED.

Diskutiert wurden in Aachen die technischen, organisatorischen und bedarfsplanerischen Voraussetzungen für die Einführung von Tele-Notarzt-Systemen – und Projekte zur Patientensteuerung beziehungsweise Entlastung des Rettungsdienstes wie das gemeinsame Projekt der KV Nordrhein mit der Integrierten Leitstelle der Stadt Köln, das im Januar gestartet wurde. „Wir begrüßen die Initiative und Moderation des Ministeriums und die Weiterentwicklung telemedizinischer Anwendungen, wo es sich wie hier in Aachen als sinnvoll erweist, ärztliche Ressourcen schont und die Qualität der Versorgung verbessert“, sagt KVNO-Vorstandsvorsitzender Dr. med. Frank Bergmann.