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Bausteine für Zukunft der ambulanten Versorgung

21.05.2019 Pressemitteilungen

Von der Versorgungsmesse mit allgemeinen Ideen zur Zukunft der ambulanten Versorgung zum Sicherstellungskongress mit konkreten Lösungen: Der Sicherstellungskongress der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hat sich zu einer wichtigen Plattform für die Akteure in der ambulanten und sektorenübergreifenden Versorgung entwickelt. In diesem Jahr hat die KBV den Kongress mit den Themenblöcken „Versorgungsregionen (weiter)entwickeln“, „Gestaltung von Versorgungsregionen“ und „Koordination der Versorgung“ strukturiert.

„Wir haben das Format offener ausgelegt und wollen Synergien heben“, sagte Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV, zur Eröffnung des Sicherstellungskongresses am 21. Mai in Berlin. „Es geht um einen ,Best Practice‘- Austausch zu den Themen intersektorale Planung, Nachwuchssicherung, Notfall- und Hybridversorgung und damit zum einen um das vielfältige Versorgungsgeschehen in den Regionen, zum anderen aber auch um die Innovationen der Selbstverwaltung. Wir verharren nicht im Status Quo, sondern entwickeln uns immer weiter“, betonte Hofmeister, der für mehr Wertschätzung der Selbstverwaltung warb. „Wir sind vielleicht nicht immer so schnell wie gewünscht, dafür aber gründlich – und wir wissen, wovon wir beim Thema Versorgung reden.“

Das Foto zeigt Dr. Johannes Martin

Erläuterte die Eckpunkte des Quereinstiegs in die Hausarzttätigkeit in NRW – Dr. Johannes Martin von der KVNO

KVNO setzt auf Vernetzung und attraktive Angebote

Das gilt auch für die KV Nordrhein, die in Berlin mit ihren Partnern zwei wichtige Projekte präsentiert: Im Themenbereich „Koordination der Versorgung“ sorgte das im Januar gestartete Projekt zur komplementären Notfallversorgung in Köln für Gesprächsstoff. Seit dem 7. Januar sind Integrierte Leitstelle Köln und die Arztrufzentrale in Duisburg technisch und organisatorisch vernetzt, um Anrufer schnell auf die richtige Versorgungsebene lotsen zu können.

Die Arztrufzentrale ist seither für die Kölner Bevölkerung rund um die Uhr erreichbar – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu den auch vom Gesetzgeber ab 2020 geforderten Strukturen bei der 116117. „Die Zusammenarbeit läuft bisher sehr gut und trägt nachvollziehbar zur Entlastung des Rettungsdienstes bei. Es zeigt sich, dass der Austausch trotz unterschiedlicher Strukturen und Anforderungen gut funktioniert“, sagt Dr. Michael Klein, Geschäftsführer der Arztrufzentrale NRW.

Zudem wies die KV Nordrhein in Berlin gemeinsam mit der KV Westfalen-Lippe auf das seit Anfang Februar existierende Angebot zum attraktiveren Quereinstieg in die Allgemeinmedizin hin – ebenfalls mit positiver Resonanz. „Das Angebot, das sich besonders an Allgemeininternisten, aber auch Anästhesisten und Chirurgen richtet, stößt bisher auf großes Interesse – erste Anträge sind bereits bewilligt“, sagt Dr. Johannes Martin, Leiter der Stabsstelle Gesundheitspolitik.

Arbeit an zentraler Plattform fürs KV-System

Eine für das KV-System wichtige Debatte wurde am Nachmittag sowohl in einer Podiumsdiskussion mit KBV-Chef Dr. med. Andreas Gassen als auch einem Panel zum Thema „Öffentliche Plattformen“ geführt: KVNO-Chef Dr. med. Frank Bergmann verwies in einem Gespräch unter anderem mit Oliver Wolff, Hauptgeschäftsführer vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), auf die Chancen einer zentralen Online-Plattform für Patienten, die im Zuge des Ausbaus der Patienten-Services unter der Hotline 116117 in den kommenden Jahren entstehen soll: „Das ist für uns eine Neuorientierung und Umbruchphase, und wir werden sicher nicht mit einer fertigen Plattform starten. Wir können aber zum Beispiel dafür sorgen, dass Patenten bald flächendeckend online Termine suchen und buchen können – das ist ja nicht erst seit heute eine Herausforderung. Zudem gibt es große Bedarfe an Versorgung außerhalb der Sprechstundenzeiten“, sagte Bergmann.

Die Antwort darauf sei eine möglichst effiziente Steuerung – und zwar nicht von Anbietern außerhalb des GKV-Systems und entsprechenden wirtschaftlichen Interessen, sondern durch die KVen selber. Darin stecke eine große Chance, vor allem um die zunehmend knappe Ressource „Arzt“ durch Online-Angebote wie Videosprechstunden zu schonen und Versorgung planen zu können. „Wir haben die Daten und das Know-how in Sachen Versorgung und sollten die Steuerung nicht anderen überlassen. In unseren rund 170.000 Wartezimmern in Deutschland könnten wir das Angebot optimal bewerben. Wir haben ideale Startbedingungen“, betonte Bergmann.

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