Logo der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein

Navigation

KV Nordrhein weist Forderung von Patientenvertreter Eugen Brysch zurück

14.01.2019 Pressemitteilungen

Die Forderung von Eugen Brysch, Vorstand der „Deutschen Stiftung Patientenschutz“, nach „engmaschigen Kontrollen der Sprechzeiten in den Praxen“ kommentieren Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein, und Dr. med. Carsten König, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein:

„Man kann sich nur noch darüber wundern, welche Sympathien Patientenvertreter inzwischen für staatliche Eingriffe, Vorgaben und Kontrollen entwickeln. Aus den Äußerungen von Herrn Brysch jedenfalls muss man folgern, dass ihm ein anderes Gesundheitssystem vorschwebt als das unsere, in dem Patientinnen und Patienten seit langer Zeit und noch immer besser versorgt werden als in staatlich gelenkten Gesundheitssystemen – ein Blick über den Ärmelkanal genügt.

Angesichts der Tatsache, dass Vertragsärzte im Durchschnitt weit über 50 Wochenstunden arbeiten, ist schon die Forderung nach einer Ausweitung der Sprechstundenzeiten purer Populismus. Darüber hinaus noch für eine ‚engmaschige Kontrolle‘ ärztlicher Arbeitszeit zu plädieren, ist nicht nur dreist, sondern auch ahnungslos: Wir haben gemäß unseres gesetzlichen Auftrags schon Ende 2017 geprüft, ob unsere Mitglieder ihren Versorgungsauftrag erfüllen. Ergebnis: Von den 16.520 geprüften Vertragsärzten und Vertragspsychotherapeuten in Nordrhein haben 15.609 ihren Versorgungsauftrag im Berichtszeitraum (2. Quartal 2016 bis 1. Quartal 2017) eingehalten – das sind 95 Prozent. Dabei handelt es sich um eine rein statistische Annäherung, die individuelle Gegebenheiten in den Praxen noch gar nicht berücksichtigt. Heißt: Erfüllt ein Vertragsarzt oder Vertragspsychotherapeut die genannten Voraussetzungen nicht, bedeutet dies noch nicht zwangsläufig, dass er seinen Versorgungsauftrag nicht einhält.

Vor diesem Hintergrund ist der wohlfeile Ruf nach mehr – am besten staatlicher – Kontrolle ein absolutes Armutszeugnis für sogenannte Patientenvertreter, die übersehen, dass die ambulante Versorgung der Patienten durch das Engagement von niedergelassenen Medizinern gesichert wird, die weit mehr leisten als sie müssten.“    

Drucken
Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Mehr Infos zum Datenschutz