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Kampagne für 11 6 11 7 auch im Rheinland sichtbar – "Auf dem richtigen Weg im Bereitschaftsdienst"

18.09.2019 Pressemitteilungen

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein greift die am 30. August gestartete, bundesweite Bewerbung der Rufnummer des ambulanten Bereitschaftsdienstes – der 11 6 11 7 – auf und hat in einem Pressegespräch die wesentlichen Elemente der Kampagne, inklusive des TV-Spots, in Düsseldorf vorgestellt. „Man kann über die ,Elfen‘ denken, was man will: Solche ,Eselsbrücken‘ helfen dem Gedächtnis. Und darum geht es auch in Nordrhein – deshalb schalten wir auch im Rheinland Anzeigen und Plakate, um die Nummer zu verbreiten“, sagte KVNO-Vorstandsvorsitzender Dr. med. Frank Bergmann heute in Düsseldorf.

Es gebe verschiedene Gründe für die nachhaltige Bewerbung der Hotline: „Aus Umfragen wissen wir, dass zwar rund 40 Prozent der gesetzlich Versicherten die 11  6 11 7 kennen, aber sich nur etwa jeder Vierte im Bedarfsfall tatsächlich direkt an den ambulanten Notdienst wendet – das ist uns zu wenig und das wollen wir ändern“, sagte Bergmann. Ziel der Kampagne sei es aber im zweiten Schritt auch, die Patienten über die Strukturen und Abläufe „hinter der Nummer“ zu informieren – nicht zuletzt mit Blick auf die künftige erweiterte Funktion der 11 6 11 7. Ab Januar 2020 wird die 11 6 11 7 zur jederzeit erreichbaren Service-Nummer für Hilfesuchende, denn auch die Termin-Servicestellen werden dann darüber erreichbar sein.

Flächendeckend Portalpraxen bis Ende 2022

Das Foto zeigt: Die KVNO-Vorsitzende Dr. med. Carsten König und Dr. med. Frank Bergmann stellen die Kampagne zur 11 6 11 7 vor.

Die KVNO-Vorsitzenden Dr. med. Carsten König und Dr. med. Frank Bergmann (v. l.) stellen die Kampagne zur 11 6 11 7 vor.

Dirk Skalla, Abteilungsleiter Notdienst bei der KV Nordrhein, informierte über den Status Quo des Bereitschaftsdienstes in Nordrhein. Schon heute befinden sich 72 der 75 Notdienstpraxen in oder an Krankenhäusern. Er betonte, dass in Nordrhein, wie mit dem Land vereinbart, bis Ende 2022 flächendeckend Portalpraxen mit gemeinsamem Tresen eingerichtet werden sollen – jüngste Beispiele sind die am 1. Oktober öffnende Notdienstpraxis in Dinslaken, die Praxis in Würselen sowie fachärztliche Notdienstpraxen an Fachkliniken etwa in Aachen, Düsseldorf (beide augenärztlich) sowie Mönchengladbach (kinderärztlich). „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Vorgaben der Bundes- und Landespolitik umzusetzen. Deshalb brauchen wir auch kein weiteres Gesetz zur Notfallversorgung und schon gar keine Regelungen, die den Bereitschaftsdienst zur Ländersache machen. Wir sind mit den Portalpraxen, der engen Kooperation mit Krankenhäusern und dem Rettungsdienst auf dem richtigen Weg. Mit unserer Agenda erfüllen wir bereits viele Ziele der aktuellen politischen Überlegungen“, sagte Bergmann.

Erste Ergebnisse zum Kölner Leitstellen-Projekt

Wie eine bedarfsgerechte Steuerung von Patienten gelingen kann, erprobt die KV Nordrhein in Köln zusammen mit der örtlichen Rettungsleitstelle. Über Einzelheiten des Projekts zur „komplementären Notfallversorgung“ informierte Dr. Michael Klein, Leiter der Arztrufzentrale NRW. „Für Bürger aus Köln ist die 11 6 11 7 seit Januar rund um die Uhr erreichbar. Zudem können sich die Arztrufzentrale und die Kölner Rettungsleitstelle bei Bedarf gegenseitig Anrufer durchstellen“, sagte Klein. „Etwa 2.700 Bürger haben den ambulanten Notdienst kontaktiert, obwohl die örtlichen Praxen noch geöffnet waren. Hier haben wir in über 780 Fällen Termine in Kölner Arztpraxen organisiert. Dadurch konnten wir den Rettungsdienst von Bagatellfällen entlasten“, so Klein, der betonte, dass relativ wenige Anrufer die falsche Anlaufstelle nutzten. „Die Anrufer wissen ziemlich genau, wen sie bei welchen Beschwerden kontaktieren müssen.“

Unterstützung bei der Patientensteuerung erhielt die Arztrufzentrale dabei durch den Einsatz des neuen softwarebasierten Ersteinschätzungssystems „SmED“. Mit dessen Hilfe können Mitarbeiter der Arztrufzentrale, auf Basis gezielter und strukturierter Fragen, die Dringlichkeit des Behandlungsbedarfes ermitteln. „Mittlerweile wurden von der Arztrufzentrale schon fast 21.000 Ersteinschätzungen mit SmED erfolgreich durchgeführt. Damit sind wir bundesweit an der Spitze“, bilanzierte Klein.