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Hausärzte bilden Rückgrat des ambulanten Bereitschaftsdienstes

25.09.2019 Pressemitteilungen

„Wir brauchen kein weiteres Gesetz zur Notfallversorgung“. Der Hausärzteverband Nordrhein und die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein sehen in dem jüngsten Vorstoß von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zur Neuordnung der Notfallversorgung und des ärztlichen Notdienstes einen erneuten Versuch der Politik, in die Selbstverwaltung einzugreifen.

„Es besteht überhaupt keine Notwendigkeit, den Bereitschaftsdienst neu zu strukturieren und den Sicherstellungsauftrag außerhalb der Praxisöffnungszeiten zur Ländersache zu machen. Wir haben funktionierende Strukturen, die wir derzeit konsequent und gemäß der Vorgaben der Politik weiterentwickeln. Wir sind längst auf dem richtigen Weg. Der Sicherstellungsaufrag ist bei uns in den richtigen Händen“, sagt Dr. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein.

Bereits heute befinden sich in Nordrhein 72 von 75 Notdienstpraxen in oder an Krankenhäusern. Bis Ende 2022 will die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein, wie mit dem Land NRW vereinbart, flächendeckend Portalpraxen einrichten – ob und wo es darüber hinaus „Integrierte Notfallzentren“ geben muss, sei eine politische Frage. „Weder die KV Nordrhein noch der Hausärzteverband wollen, dass mittelfristig Krankenhausgesellschaften darüber entscheiden, wie die Notfallversorgung aussieht“, erklärt Dr. Carsten König, stellvertretender Vorsitzender der KV Nordrhein. Warum will man seitens des Bundesgesundheitsministeriums gut funktionierende Organisationsstrukturen unnötig aufbrechen? 

Als zuverlässiger Partner im ärztlichen Notdienst zeigen sich sowohl der Hausärzteverband Nordrhein e. V. als auch die KV irritiert vom Vorgehen des Gesundheitsministeriums. „In der Umsetzung erfolgt ein Großteil der Notfallversorgung durch Hausärzte“, erklärt Dr. Oliver Funken, 1. Vorsitzender im Hausärzteverband Nordrhein. Die Hausärzte Nordrheins sind wie auch bundesweit das Rückgrat der Versorgung. Über den Praxisbetrieb hinaus wird die ambulante medizinische Versorgung auch außerhalb der Praxisöffnungszeiten im Wesentlichen durch Hausärzte schergestellt. „Wir sind offen für Neuerungen, aber die Notfallversorgung muss mit uns gemeinsam weiterentwickelt und zukunftsfähig gemacht werden.“