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Fragen und Antworten zum TSVG

15.10.2019 Honorar, Praxisinfos

Unsere Antworten geben den aktuellen Stand wieder. Weitere Infos finden Sie auch unter kbv.de

Allgemeines:

1. Wie werden die extrabudgetären Fälle in der Praxissoftware gekennzeichnet?

Im Feld "TSVG-Vermittlungsart" in Ihrer Software. Hierbei wird unterschieden:

  • Vermittlungsart 1 | TSS-Terminfall: seit 11. Mai 2019
  • Vermittlungsart 2 | TSS-Akutfall: erst ab 1. Januar 2020
  • Vermittlungsart 3 | HA-Vermittlungsfall: seit 11. Mai 2019
  • Vermittlungsart 4 | Offene Sprechstunde: ab 1. September 2019
  • Vermittlungsart 5 | Neupatient: ab 1. September 2019
2. Wo finde ich die Vermittlungsart in meiner Verwaltungssoftware?

Sie finden sie in der Feldkennung FK 4103, "TSVG-Vermittlungs-Kontaktart".

3. Wie lange muss ich die an die Terminservicestelle (TSS) gemeldeten Termine freihalten?

Ist der Termin fünf Werktage vorher noch nicht vergeben, können Sie darüber wieder frei verfügen. Beispiel: Ein freier Termin ist für den 27. September gemeldet. Sollte der Termin nicht bis zum 22. September von der TSS vergeben worden sein, dürfen Sie ihn an andere Patienten vergeben.

4. Was ist eigentlich ein Arztgruppenfall?

Der Arztgruppenfall umfasst alle Leistungen, die von derselben Arztgruppe in derselben Arztpraxis innerhalb desselben Quartals bei einem Versicherten ambulant zulasten derselben Krankenkasse durchgeführt wurden.

In einer Einzelpraxis sind Arztgruppenfall und Behandlungsfall identisch. In einer BAG oder einem MVZ werden die Leistungen nach dem Fachgebiet der behandelnden Ärzte zu Arztgruppenfällen zusammengefasst. Die Zuordnung zum Fachgebiet richtet sich an den Fachkapiteln bzw. deren Unterabschnitten (Innere Medizin) des EBM aus.

Der Arztgruppenfall wird bei der extrabudgetären Vergütung für die einzelnen TSVG-Konstellationen zugrunde gelegt.

5. Können wir neben der SNR 88210 auch noch andere Ziffern abrechnen?

Die SNR 88210 setzten Sie nur an, wenn keine Leistungen abrechnungsfähig sind.

6. Bin ich verpflichtet die TSVG-Fälle mit den unterschiedlichen Vermittlungsarten zu kennzeichnen?

Ja, die Kennzeichnung ist zwingend erforderlich.

Hausarzt-Vermittlungsfall:

1. Was ist ein HA-Vermittlungsfall und wie kann man diesen abrechnen?

Für einen Hausarzt oder Kinder- und Jugendarzt ist das der Fall, wenn er einen "dringend medizinisch erforderlichen" Termin bei einem Facharztkollegen innerhalb von vier Kalendertagen vermittelt. Hierzu wird eine Überweisung (ohne Dringlichkeitscode) an den Facharzt ausgestellt. Abgerechnet wird die GOP 03008 (Hausarzt) beziehungsweise 04008 (Kinder- und Jugendarzt) unter Angabe der BSNR des Facharztes. Das ist der extrabudgetäre Zuschlag in Höhe von 10,07 Euro für die Vermittlung.

Nicht berechnungsfähig ist der Zuschlag, wenn der Hausarzt bei dem Facharzt einen Termin vermittelt, bei dem der Patient im laufenden Quartal bereits behandelt wurde. Dies muss der Hausarzt beim Patienten erfragen.

Für einen Facharzt ist das der Fall, wenn er einem hausärztlichen Kollegen kurzfristig, das heißt innerhalb von vier Kalendertagen, einen Termin für dessen Patienten bereitstellt. Der entsprechende Überweisungsschein wird in der Praxissoftware als "HA-Vermittlungsfall" gekennzeichnet. Der Überweisungsschein selbst verbleibt in der Praxis. Die Vergütung der Behandlung erfolgt dann extrabudgetär.

2. Als Hausarzt muß ich beim HA-Vermittlungsfall die BSNR des Facharztes angeben. Wo bekomme ich diese her?

Entweder vom Facharzt selbst oder aus dem KVNO Portal. Dort ist eine entsprechende Datei hinterlegt.

3. Wo trage ich diese BSNR in der Praxissoftware ein?

Die BSNR wird in die Feldkennung 5003 eingetragen.

4. Ab wann werden die vier Kalendertage für den HA-Vermittlungsfall gezählt?

Der vermittelte Termin muss innerhalb eines Zeitraums von vier Kalendertagen nach Feststellung der Behandlungsnotwendigkeit durch den Hausarzt liegen. Gezählt wird ab dem Folgetag. Hier ist also das Datum der Feststellung wichtig und nicht die Kontaktaufnahme zwischen Haus- und Facharzt.

5. Es kommt vor, dass ich als Hausarzt für einen Patienten im Quartal bei unterschiedlichen Fachärzten einen dringenden Termin vereinbaren muss. Wird der Zuschlag dann mehrfach berechnet?

Ja. Sie können den Zuschlag (z. B. GOP 03008) auch mehrfach im Quartal abrechnen, wenn Sie jeweils einen Termin vermittelt und jeweils eine Überweisung ausgestellt haben.

6. Was ist, wenn der Patient den von mir als Hausarzt vermittelten Facharzttermin nicht einhält?

Sie erhalten den Zuschlag unabhängig davon, ob der Patient den Termin wahrgenommen hat.

7. Ist ein Patient, der mit einer Überweisung vom Hausarzt zum Facharzt kommt, immer ein HA-Vermittlungsfall?

Nein. Auch dieser Patient gilt nur als HA-Vermittlungsfall, wenn der Hausarzt tatsächlich einen Termin für seinen Patienten vereinbart hat. Das gilt auch, wenn die Überweisung einen Dringlichkeitscode hat.

8. Gibt es auch innerhalb einer Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) oder einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) einen HA-Vermittlungsfall?

Nein. In Fällen, in denen der vermittelnde Hausarzt und der weiterbehandelnde Facharzt in derselben BAG oder demselben MVZ tätig sind, ist weder der Zuschlag noch eine extrabudgetäre Vergütung möglich.

9. Wenn ich als Hausarzt die GOP 03008 abrechne für den HA Vermittlungsfall, mache ich das im normalen Abrechnungsschein oder muss ich dafür einen zweiten Schein anlegen?

Die GOP 03008 für die Vermittlung eines Termins beim Facharzt rechnen Sie auf dem normalen Abrechnungsschein ab.

10. Ist der HA-Vermittlungsfall nur auf den einen Tag bezogen?

Nein, auch auf die Folgekonsultationen. Diese Regelung gilt in einer Einzelpraxis bzw. wenn die Folgekonsultationen alle bei der gleichen Facharztgruppe (im Arztgruppenfall) stattfinden.

11. Ich habe als Hausarzt für einen Patienten, der in einen Selektivvertrag eingeschrieben ist, einen dringenden Termin bei einem Facharzt vermittelt. Kann ich die GOP 03008 dafür abrechnen?

Nein, dies ist nicht möglich. Die GOP 03008 ist ein Zuschlag zur Versichertenpauschale und kann nur abgerechnet werden, wenn Sie auch die Versichertenpauschale über uns abrechnen. Das ist bei Patienten, die in einen Selektivvertrag eingeschrieben sind, nicht der Fall.

Neupatient:

1. Wie wird ein "Neupatient" definiert?

Ein Patient wird erstmals oder nach acht behandlungsfreien Quartalen, erneut in der Arztpraxis behandelt. Ausschlaggebend ist das Quartal, in dem der Patient zuletzt in der Praxis war, nicht der Tag. In Praxen mit mehreren Arztgruppen gilt der Zweijahreszeitraum für die jeweilige Arztgruppe, maximal für zwei Arztgruppen je Arztpraxis.

Beispiel: Sucht ein neuer Patient in einer Berufsausübungsgemeinschaft oder einem MVZ Ärzte unterschiedlicher Arztgruppen auf, zum Beispiel im 1. Quartal 2020 einen Hausarzt, im 2. Quartal einen Urologen und im 3. Quartal einen Orthopäden, erhalten maximal zwei Arztgruppen ihre Leistungen extrabudgetär vergütet – und zwar die Arztgruppen mit den ersten Kontakten (hier Hausarzt und Urologe).

Sucht der Patient im 1. Quartal 2020 den Hausarzt auf und im 2. Quartal den Urologen, so kann er frühestens im 2. Quartal 2022 bei einer weiteren Arztgruppe als Neupatient gelten.

Entscheidend, ob ein Patient als neuer Patient eingestuft wird, ist letztlich also nicht die Praxis oder das MVZ, sondern die Arztgruppe. So kann ein und derselbe Patient beim HNO-Arzt des MVZ als "neu" gelten, beim Hausarzt des MVZ aber nicht, weil der Patient dort regelmäßig in Behandlung ist.

Quelle: PraxisInfoSpezial zum TSVG der KBV

2. Wer gilt nicht als "Neupatient"?

Ein Patient, der bisher in der Praxis im Selektivvertrag behandelt wurde, gilt nicht als Neupatient. Ein Patient, der die Krankenkasse wechselt, wird dadurch nicht zu einem Neupatienten. Bei neugegründeten Praxen und übernommenen Einzelpraxen erfolgt für die Dauer von acht Quartalen keine extrabudgetäre Vergütung von Neupatienten.

3. Wie kennzeichne ich einen Neupatienten, der in meine offene Sprechstunde kommt?

Sie entscheiden, ob der Patient als Neupatient oder in der offenen Sprechstunde abgerechnet wird. Sofern der Patient zuerst in der offenen Sprechstunde abgerechnet wurde, kann dieser anschließend nicht mehr als Neupatient abgerechnet werden.

4. Ich mache Urlaubsvertretung für die Praxis gegenüber. Sind diese Vertretungspatienten auch Neupatienten, wenn ich sie das erste Mal sehe?

Ja, wenn die Patienten in den letzten 8 Quartalen nicht in der eigenen Praxis behandelt worden sind. Die vollständige Definition eines Neupatienten finden Sie in Frage 1. Wenn das zutrifft, wird in diesem Fall ein Schein mit der Vermittlungsart „Neupatienten“ im PVS angelegt.

5. Ich bin Anästhesist und Schmerztherapeut. Gilt die Neupatienten-Regelung für mich?

Ja, sofern Sie einmal in dem entsprechenden Quartal die GOP 30700 abgerechnet haben.

6. Gilt ein Patient, den ich zuerst vor drei Monaten im organisierten Notfalldienst behandelt habe als Neupatient, wenn er jetzt regulär in meine Praxis kommt?

Ja, dieser Patient gilt als Neupatient.

Offene Sprechstunde:

1. Wie sind die fünf offenen Sprechstunden definiert?

Die fünf offenen Sprechstunden sind gleich fünf Zeitstunden und gelten je Arzt. Wie sie die Stunden auf die Arbeitswoche verteilen ist den Praxen freigestellt. Berufsausübungsgemeinschaften und Medizinische Versorgungszentren können flexibel handhaben, welcher Arzt der jeweiligen Arztgruppe die Versorgung in der offenen Sprechstunde übernimmt. Entscheidend ist, dass die aus der Anzahl der Ärzte der Arztgruppe folgende Gesamtzahl an offenen Sprechstunden von der Praxis erfüllt wird.

2. Bei uns wird auch jetzt schon jeder Patient mit akuten Beschwerden ohne Termin behandelt. Müssen wir trotzdem fünf Stunden offene Sprechstunde einrichten und der KV melden?

Ja, jede dazu verpflichtete Fachgruppe muss die offenen Sprechstunden festlegen, bekannt geben (z. B. per Aushang) und uns melden. Die Organisation der Sprechstunde obliegt der Praxis.

3. Können wir in der offenen Sprechstunde zusätzlich Termine vergeben, um einen "Leerlauf" zu vermeiden?

In einer Einzelpraxis ist das nicht möglich. In einer fachgleichen Berufsausübungsgemeinschaft zum Beispiel kann ein Arzt offene Sprechstunde und zeitgleich ein weiterer Arzt Terminsprechstunde abhalten, wobei jeder Arzt fünf offene Sprechstunde anbieten muss.

4. Auf welchem Weg melden wir Ihnen die offenen Sprechstunden?

Das wird noch organisiert. Jetzt schon eingehende Meldungen sammeln wir.

5. Wie viele Patienten muss ich in der offenen Sprechstunde behandeln?

Eine zahlenmäßige Begrenzung gibt es nicht. Der Ablauf und die Organisation obliegt Ihnen.

6. Wie kennzeichne ich einen Neupatienten, der in meine offene Sprechstunde kommt?

Sie entscheiden, ob der Patient als Neupatient oder in der offenen Sprechstunde abgerechnet wird. Sofern der Patient zuerst in der offenen Sprechstunde abgerechnet wurde, kann dieser anschließend nicht mehr als Neupatient abgerechnet werden.

7. Muß ich für einen Patienten, der zuerst einen Termin zur Vorsorge hatte und später im Quartal in die offene Sprechstunde kommt, einen neuen Schein mit der Vermittlungsart anlegen?

Ja, in diesem Fall muss ein eigener Schein mit der Vermittlungsart "offene Sprechstunde" im PVS angelegt werden. Sollten in der offenen Sprechstunde keine Leistungen abrechnungsfähig sein, ist die GOP 88210 einzutragen.

8. Gilt die Regelung zur offenen Sprechstunde auch für Vertretungspatienten ohne Termin?

Ja. Auch in diesem Fall wird ein Schein mit der Vermittlungsart „offene Sprechstunde“ im PVS angelegt.

9. Muss ich auch einen zweiten Schein anlegen, wenn ein Patient zuerst in meine offene Sprechstunde kommt und dann einige Tage später einen Termin zur Vorsorgeuntersuchung hat?

Nein, die Abrechnung aller Folgekonsultationen erfolgt über den Schein „offene Sprechstunde“. Diese Regelung gilt in einer Einzelpraxis bzw. wenn die Folgekonsultationen alle bei der gleichen Facharztgruppe stattfinden.

10. Wir sind ein MVZ mit verschiedenen Arztgruppen. Wie ist das, wenn ein Patient zuerst in die offene Sprechstunde des Orthopäden kommt und später einen Termin zur Vorsorgeuntersuchung beim Urologen hat?

Der Orthopäde legt einen Schein mit der Vermittlungsart „offene Sprechstunde“ an und rechnet hierauf seine Leistungen ab. Für die Vorsorgeuntersuchung des Urologen wird ein zweiter Schein ohne Kennzeichnung angelegt.

11. Kann ich als Hausarzt auch offene Sprechstunde anbieten und abrechnen?

Auch als Hausarzt können Sie offene Sprechstunden anbieten und die dort erbrachten Leistungen abrechnen. Eine Kennzeichnung als Vermittlungsart "offene Sprechstunde" entfällt, da das TSVG für Sie als Hausarzt für diese Fälle keine extrabudgetäre Vergütung vorsieht.

TSS-Vermittlungsfall:

1. Ein von der TSS vermittelter Patient bringt seine Überweisung mit Dringlichkeitscode mit. Wo gebe ich diesen in der Praxissoftware ein?

Gar nicht. Der BAR-Code von den Dringlichkeitsüberweisungen wird nicht in der Praxis-EDV hinterlegt. Sie kennzeichnen die Überweisung im Feld TSVG-Vermittlungsart mit TSS-Terminfall, - und bewahren die Überweisung 4 Quartale in der Praxis auf.

2. Ist ein Patient, der mit Überweisung mit Dringlichkeitscode kommt, immer ein TSS-Terminfall?

Nein. Auch dieser Patient gilt nur als TSS-Terminfall, wenn die Terminvermittlung tatsächlich durch die TSS erfolgt ist.

3. Meine Praxissoftware zeigt gar keine Möglichkeit an, den TSS-Terminfall zu kennzeichnen.

Setzen Sie sich bitte mit Ihrem Softwareanbieter in Verbindung und fragen nach der Feldkennung FK 4103. Gegebenenfalls muss die Software aktualisiert werden.

4. Gibt es Abrechnungsziffern oder besondere Kennzeichnungen für extrabudgetäre Fälle?

Ja. Ab 1. September 2019 gibt es Gebührenordnungspositionen (GOP) für die zeitgestaffelten Zuschläge für von der TSS vermittelte Patienten (TSS-Terminfall) auf die Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale. Je nach Wartezeit auf den Termin werden diese Zuschlags-GOP in der Abrechnung mit den Buchstaben "A", "B", "C" oder "D" gekennzeichnet. Die entsprechenden GOPs der Fachgruppen sind unter anderm im Internet bei der KBV hinterlegt.

Beispiel: Ein Orthopäde rechnet den TSS-Terminfall mit der neu aufgenommenen EBM-Zuschlagsziffer 18228 mit "A", "B", "C" oder "D" ab. Die Höhe des Zuschlags – 50, 30 oder 20 Prozent – richtet sich nach der Buchstabenkennzeichnung:

  • "A": TSS-Akutfall | innerhalb von 24 Stunden | Zuschlag 50 Prozent
    (erst ab 1. Januar 2020)
  • "B": TSS-Terminfall | für den 1. bis 8. Tag | Zuschlag 50 Prozent
    (1. September 2019)
  • "C": TSS-Terminfall | für den 9. bis 14. Tag | Zuschlag 30 Prozent
    (1. September 2019)
  • "D": TSS-Terminfall | für den 15. bis 35. Tag | Zuschlag 20 Prozent
    (1. September 2019)

Achtung: Vergessen Sie nicht, den Fall zusätzlich als "TSS-Terminfall" in Ihrer Software zu kennzeichnen!

5. Woher weiß ich, ab wann die Wartezeit zählt?

Die TSS teilt Ihnen per E-Mail oder Fax den Tag mit, an dem sich der Versicherte wegen des Termins an die TSS gewandt hat. Ab diesem Datum wird gezählt, der Tag selbst zählt mit.

6. Muss ich auch einen zweiten Schein anlegen, wenn ein Patient zuerst als TSS-Vermittlungsfall zu mir kommt und dann einige Tage später einen Termin zur Sonographie hat?

Nein, die Abrechnung aller Folgekonsultationen erfolgt über den TSS-Vermittlungsfall. Diese Regelung gilt in einer Einzelpraxis bzw. wenn die Folgekonsultationen alle bei der gleichen Facharztgruppe stattfinden.

7. Wird der "Vermittlungszuschlag" in jedem Fall, der von der TSS vermittelt wird, von uns eingetragen?

Der Zuschlag kann nur bei einer dringlichen Vermittlung (Überweisung mit Dringlichkeitscode) eingetragen werden. Wichtig ist auch, dass die Wartezeit auf den Termin höchstens 35 Tage betragen darf.

Bei von der TSS vermittelten Terminen ohne Überweisung (z. B. an Augenärzte oder Gynäkologen) wird der Zuschlag nicht eingetragen. Dasselbe gilt auch für von der TSS vermittelte Termine für die Kindervorsorgen bzw. die psychotherapeutische Sprechstunde (Erstgespräch).

TSS-Akutfall:

1. Was ist eigentlich ein TSS-Akutfall?

Ein TSS-Akutfall liegt vor, wenn Patienten, die wegen akuter Beschwerden die 116117 wählen, mittels einem standardisierten medizinischen Ersteinschätzungs-verfahrens in die richtige Versorgungebene vermittelt werden. Dieses Verfahren wird voraussichtlich ab dem 1. Januar 2020 eingeführt. Vor Einführung dieses Verfahrens greift der TSS-Akutfall nicht.

TSVG-Terminvermittlung:

1. Wer muss Termine melden?

Betroffen sind vier Gruppen:

  • Alle Facharztgruppen
  • psychologische Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten für Psychotherapie-Sprechstunden, Akutbehandlung und Probatorik
  • Hausärzte für einmalige, dringende Untersuchungen
  • Kinder- und Jugendmediziner für einmalige, dringende Untersuchungen und Früherkennungsuntersuchungen
2. Wie viele Termine muss ich melden?

Das ist je Fachgruppe unterschiedlich, eine Aufstellung haben wir Ihnen bereits per Rundschreiben vom 20. Mai zugeschickt.

3. Gilt die Anzahl der zu meldenden Termine je Praxis oder je Arzt?

Diese Anzahl gilt je Arzt.

4. Wenn ich als Psychotherapeut einen Termin für Akutbehandlung/Probatorik melde, ist das ja nur der Anfang einer Terminserie. Muss ich trotzdem für jeden Monat einen Termin melden?

Ja. Sollte ein von Ihnen gemeldeter Termin zur Akutbehandlung/Probatorik gebucht werden und sich dann herausstellen, dass diese auch bei Ihnen durchgeführt wird, können sie entsprechend gemeldete Termine für die nächsten Monate löschen.

5. Führt ein gemeldeter Probatorik-Termin zu einer Richtlinientherapie, muss ich erst nach Ende der Therapie einen neuen Probatorik-Termin anbieten. Richtig?

Ja, dann können Sie die bis dahin gemeldeten Termine zurückziehen und erst nach der Therapie wieder neue Termine an die KV Nordrhein melden.

6. Muss ich als Hausarzt auch Termine melden, wenn ich eine offene Sprechstunde anbiete?

Ja. Von der Terminservicestelle (TSS) können nur konkrete Termine vermittelt werden. Welchen Termin Sie melden, hängt von der Organisation Ihrer offenen Sprechstunde ab. Eventuell ist es eine Option für Sie, wenn Sie uns einen Termin am Beginn der offenen Sprechstunde melden.

7. Kann ich Termine kurzfristig melden?

Leider nein. Eine Terminmeldung sollte mindestens sieben Tage vor dem entsprechenden Termin erfolgen.

8. Wie melde ich Termine an die TSS?

Am besten geht das über den eTerminservice im KVNO-Portal. Möglich ist auch eine Meldung per Fax, per E-Mail oder telefonisch bei der TSS.

9. Trage ich die Termine, die ich bisher an die TSS gemeldet habe, nun zusätzlich im eTerminservice ein?

Nein, eine einmalige Meldung ist ausreichend.

10. Was ist wenn ich krank werde oder Urlaub habe? Muss ich gemeldete Termine trotzdem wahrnehmen?

Noch nicht gebuchte Termine können Sie im eTerminservice löschen. Bereits gebuchte Termine sagen Sie bitte beim Patienten ab, so wie Sie das bei Ihren eigenen Patienten handhaben. Während der Urlaubszeit oder einer längeren Krankheit brauchen Sie keine Termine melden.

11. Wie erfahre ich von einer Terminvergabe?

Entweder ruft der Patient in der Praxis an und bestätigt den Termin. Oder die Praxis kann eine Nachricht per E-Mail oder Fax erhalten. Dazu wählen Sie im eTerminservice den Punkt „Praxisdaten“ aus, scrollen herunter und klicken neben der Praxisanschrift den „Stift“ an. Es öffnet sich ein neues Feld. In der Mitte des Formulars können Sie den Benachrichtigungskanal per E-Mail oder per Fax hinterlegen. Wichtig: Klicken Sie Fax oder E-Mail an, um die Auswahl zu bestätigen.

12. Wie lange muss ich die gemeldeten Termine freihalten?

Ist der Termin fünf Werktage vorher noch nicht gebucht, können Sie darüber verfügen.

13. Was passiert, wenn ein vermittelter Termin vom Patienten nicht wahrgenommen wird?

Eine Entschädigung oder ein „Ausfallhonorar“ gibt es aktuell nicht. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung prüft zurzeit eine unbürokratische Lösung, dies rechtlich umzusetzen. Bitte informieren Sie uns dennoch per Meldebogen über nicht eingehaltene Termine.

14. Welche Fachgruppen müssen ab September 2019 fünf Stunden offene Sprechstunde anbieten?

Bestimmte Facharztgruppen, die noch von der Bundesebene festgelegt werden, müssen ab September mindestens fünf Stunden pro Woche als offene Sprechstunde anbieten. Haus- und Kinderärzte sind von dieser Regelung ausgenommen.

15. Werden Hausbesuche auf die 25 Stunden Mindestsprechstundenzeit angerechnet?

Das Mindestsprechstundenangebot wird für alle Ärzte und Psychotherapeuten mit vollem Versorgungsauftrag von 20 auf 25 Wochenstunden angehoben. Die Zeit für Haus- und Pflegeheimbesuche wird hierauf angerechnet. Wie genau das erfolgt, wird noch im Bundesmantelvertrag festgelegt.

16. Wie geht das: Terminmeldung über den eTerminservice im KVNO-Portal?

Über Ihren Zugang zum KVNO-Portal. Die Anmeldung erfolgt über das KVNO-Portal mit ihren Zugangsdaten für die Online-Abrechnung. Dann wählen Sie die Kachel eTerminservice. Wählen Sie nun die Art des Zugriffs aus, über den Sie das KVNO-Portal aufrufen: entweder über KV-Safenet.Anbindung wenn Sie über eine entsprechende Leitung verfügen oder über www wenn Sie über das Internet ohne spezielle Leitung zugreifen. Danach wählen Sie FIM KV Nordrhein aus und geben erneut ihre Zugangsdaten für das KVNO-Portal ein. Wenn Sie Hilfe im eTerminservice benötigen, finden Sie ganz unten links auf der Seite einen Punkt „Hilfe“. Dort ist alles nochmal ausführlich erklärt.

17. Muss ich die Eintragung im eTerminservice selbst machen?

Nein. Dies kann auch etwa durch das Praxispersonal erfolgen. Dafür geben Sie im Portal diese Anwendung für einen Mitarbeiter frei. Der Arzt oder Psychotherapeut kann nach der Anmeldung im Portal auf der Startseite unter dem Punkt „Ihr Profil“ einen Zugang für Medizinische Fachangestellte anlegen und verwalten.

Bereinigung:

1. Was heißt arztindividuelle Bereinigung?

Wir nutzen für die arztindividuelle TSVG-Bereinigung die Systematik der aktuellen Fallzahl. Wie gewohnt, ermitteln wir zunächst die sogenannten kalkulatorischen Fallwerte vor Beginn des Quartals. Bei dieser Berechnung ist sowohl das RLV/QZV-Volumen der Arztgruppe als auch die dafür verwendete Fallzahl des Vorjahresquartals noch nicht bereinigt (die Höhe der Bereinigung ergibt sich erst aus den Abrechnungsdaten).

Im Rahmen der aktuellen Abrechnung erfolgt die Berechnung der endgültigen Fallwerte. Dafür wird das RLV/QZV-Vergütungsvolumen um die Bereinigungssumme reduziert, auf der anderen Seite werden aber auch die TSVG-Fälle nicht berücksichtigt. Unter der theoretischen Annahme, dass bei den „TSVG-Patienten“ der Behandlungsaufwand dem Durchschnitt aller Patienten der Fachgruppe entspricht, hätte die Bereinigung keine Auswirkung auf die Höhe des Fallwertes.

2. Wie berechnet sich meine Bereinigungssumme?

Die Ihnen extrabudgetär vergüteten Leistungen aufgrund von TSVG-Konstellationen werden mit der durchschnittlichen Auszahlungsquote der Arztgruppe des Vorjahresquartals bewertet. Dieser Betrag wird Ihrem RLV-Volumen entnommen.

3. Wie wirkt sich das auf mein RLV im nächsten Jahr aus?

Im Folgejahr wirkt sich die Abrechnung der TSVG-Fälle natürlich auch auf das dann zur Verfügung stehende RLV-Vergütungsvolumen der einzelnen Arztgruppen aus, aber bei
gleichbleibender Leistungsanforderung wären keine negativen Auswirkungen zu erwarten.

4. Wirkt sich die Bereinigung auf das Haus- und fachärztliche Verteilungsvolumen aus?

Nein, die Bereinigung erfolgt arztindividuell.

5. Wir haben einen hohen Anteil an Neupatienten, wie wirkt sich das aus?

Angenommen der angeforderte Leistungsbedarf bleibt gleich, würden Sie mit einer extrabudgetären Vergütung eines Falles einen kleinen Erlös erzielen, da die Bereinigung nicht zu 100 Prozent vorgenommen wird, sondern hierauf erst mal die Auszahlungsquote der Arztgruppe (ca. 90 Prozent) aus dem Vorjahresquartal Anwendung findet.

6. Gibt es Berechnungen, die ausschließen, dass wir unter dem Strich schließlich nicht sogar ein Minus durch das reduzierte RLV machen?

Berechnungen gibt es hierzu nicht und können auch nicht vorgenommen werden, da die Faktoren praxisindividuell und nicht simulierbar sind. Unter der theoretischen Annahme, dass bei den „TSVG-Patienten“ der Behandlungsaufwand dem Durchschnitt aller Patienten der Fachgruppe entspricht, hätte die Bereinigung keine Auswirkung auf die Höhe des RLV-Fallwertes.

Im Weiteren beinhaltet der Honorarverteilungsmaßstab der KV Nordrhein eine Regelung die eine deutliche Absenkung des Fallwertes verhindert. Der vor Beginn des Quartals veröffentlichte kalkulatorischen RLV-Fallwert darf den tatsächlichen „bereinigten“ RLV- Fallwert um höchstens 5 Prozent unterschreiten. Es werden also 95 Prozent des veröffentlichten RLV-Fallwertes garantiert.

7. Wirkt sich eine deutliche höhere Leistungssteigerung im fachärztlichen Bereich auch auf Hausärzte aus?

Nein. Die Entwicklung findet getrennt nach den Versorgungsbereichen ausschließlich in den jeweiligen Arztgruppen statt. Zuschläge, die Sie für die Vermittlung erhalten, sind nicht bereinigungsrelevant.

8. Ist bei der Anreizstruktur, die durch das TSVG geschaffen wird, zu befürchten, dass der Fallwert deutlich abfällt und dadurch die wirtschaftliche Versorgung der chronisch kranken Patienten bedroht wird?

Aufgrund der Bereinigung der MGV wird das RLV/QZV-Volumen in der Tat kleiner, gleichzeitig werden aber die RLV/QZV-Finanzmittel auf weniger Patienten verteilt, da ein im Rahmen von TSVG behandelter Patient keinen RLV/QZV-relevanten Fall auslöst (für diesen Patienten wird kein RLV/QZV-Fallwert gewährt).

Zur Verhinderung einer deutlichen Absenkung des Fallwertes beinhaltet der Honorarverteilungsmaßstab der KV Nordrhein eine Regelung, wonach der RLV-Fallwert, den vor Beginn des Quartals (also noch vor der Berücksichtigung der Bereinigung) veröffentlichten kalkulatorischen Fallwert um höchstens 5 Prozent unterschreiten darf, das heißt, es werden 95 Prozent des veröffentlichten RLV-Fallwertes garantiert.

9. Ist in der Zusammenschau von einer dadurch bevorzugten Vergütung der Patienten des TSVG im Vergleich zu den Patienten innerhalb der MVG auszugehen?

Es war die Intention des TSVG durch die 100-Prozent-Vergütung, bessere Anreize für die Terminvergabe zu schaffen. Die Vergütung im Rahmen des TSVG muss jedoch nicht zwangsläufig zu einem höheren Honorar führen. Falls etwa eine Praxis das zugewiesene RLV/QZV-Volumen unterschreitet, dann führt ein TSVG-Fall nicht zu einem höheren Honorar, da in diesem Fall auch die Vergütung innerhalb des RLV/QZV zu 100 Prozent erfolgen würde.

10. Was bedeutet diese Aufstockung auf 100 Prozent und bei wieviel Prozent im Durchschnitt lag die Vergütung eines Patienten vorher innerhalb der MGV?

Die Aufstockung auf 100 Prozent bedeutet eine Vergütung zu den EBM-Preisen (also Punktzahl multipliziert mit dem regional vereinbarten Punktwert in Höhe 10,8226 Cent). Die Leistungen werden z. B. nicht mehr innerhalb des RLV/QZV vergütet, sondern extrabudgetär als Einzelleistung. Die Vergütungsquote innerhalb der MGV liegt bei KV Nordrhein durchschnittlich bei ca. 90 Prozent.

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