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TSVG: Sprechstunden bitte melden

03.12.2019 KVNO aktuell, Praxisinfos

Das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) hat unter anderem die Verpflichtung für das Sprechstundenangebot neu geregelt: Niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten mit einem vollen Versorgungsauftrag müssen mindestens 25 Sprechstunden pro Woche für gesetzlich Versicherte anbieten. Fachärzte der grundversorgenden und wohnortnahen Versorgung sind zudem verpflichtet, künftig fünf Stunden als "offene Sprechstunden" anzubieten. Die Sprechstunden müssen die Kassenärztlichen Vereinigungen erfassen – die KVNO stellt dafür ein Onlineformular zur Verfügung.

Ab Mitte Dezember ist dieses Formular im  Internetangebot der KV Nordrhein abrufbar. "Bitte melden Sie uns Ihre Sprechstunden und die Ihrer angestellten Kollegen bis 31. Januar 2020", sagt Dr. med. Frank Bergmann, Vorsitzender der KV Nordrhein. Denn Aufgabe der KVen sei es nun, die Versicherten bundesweit einheitlich über die Sprechstundenzeiten zu informieren.

Das Bild zeigt einen Arzt und eine MFA.

Die Eingabe der Sprechstunden und der offenen Sprechstunden kann der Praxisinhaber selbst tätigen oder an eine Medizinische Fachangestellte delegieren. Das Ausfüllen ist in wenigen Minuten erledigt, eine Anleitung hilft dabei. Wir bitten alle Praxen die Daten über das Formular zu erfassen, auch diejenigen, die bereits Sprechzeiten an die KV durchgegeben haben. Denn die Angaben waren zum Teil unvollständig.

Sprechstunden

Bei einem reduzierten Versorgungsauftrag gelten die Sprechstunden jeweils anteilig. Für angestellte Ärzte wie auch angestellte Psychotherapeuten gilt die Sprechstundenverpflichtung unter Berücksichtigung des vom Zulassungsausschuss genehmigten Tätigkeitsumfangs entsprechend.

Offene Sprechstunden

Fachärzte der grundversorgenden und wohnortnahen Versorgung sind zudem verpflichtet, künftig fünf der 25 Wochenstunden als "offene Sprechstunden" anzubieten, also für Patienten ohne vorherige Terminvereinbarung. Dies betrifft folgende Fachgruppen: Fachärzte für Augenheilkunde, Fachärzte für Chirurgie, Kinderchirurgie, Plastische und Ästhetische Chirurgie, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Haut- und Geschlechtskrankheiten, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, Neurologie, Nervenheilkunde, Neurologie und Psychiatrie, Neurochirurgie, Orthopädie, Orthopädie und Unfallchirurgie, Psychiatrie und Psychotherapie sowie Urologie.

"Die Neuregelungen haben wir im Vorfeld gemeinsam mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung vehement kritisiert", so Bergmann. Leider habe die Kritik an diesem Punkt keine Änderung bewirkt.

Frank Naundorf