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Landeskrebsregister NRW Neues Meldeverfahren kommt 2020

03.12.2019 KVNO aktuell, Praxisinfos

Durch das 2016 in Kraft getretene Gesetz zum klinischen und epidemiologischen Krebsregister in NRW wurden die klinischen und epidemiologischen Register zusammengeführt. Mit dem aktuell vorliegenden Entwurf zur Änderung des Landeskrebsregistergesetzes sollen Regelungen verabschiedet werden, die die Funktionsfähigkeit des Landeskrebsregisters (LKR) optimieren.

Diese Regelungen betreffen vor allem Verbesserungen des Meldeverfahrens, die dazu führen, dass Regelungslücken geschlossen werden. Hier soll dem Landeskrebsregister NRW ermöglicht werden, Daten anderer Landeskrebsregister zu integrieren. Denn nur durch die Vollständigkeit der Datensätze hinsichtlich eines Patienten und dessen Krebserkrankung wird eine qualifizierte, hochwertige Auswertung mit medizinisch/epidemiologisch sinnvoller Analyseperspektive möglich.

Ein weiterer Aspekt der geplanten Gesetzesänderung ist, dass durch die mögliche Einbindung hiesiger Krebsregistrierungsdaten in internationale Register (zum Beispiel International Agency for Research on Cancer, kurz IARC) der Stellenwert der Krebsregistrierung erhöht wird. Das Gesetzesvorhaben wird voraussichtlich Anfang 2020 in Kraft treten. Das LKR plant zudem eine verbesserte Möglichkeit des Meldeverfahrens, das für alle meldepflichtigen Ärzte in Nordrhein-Westfalen ebenfalls nächstes Jahr zur Verfügung stehen soll. Wir informieren über das neue Verfahren, sobald das Gesetz zur Änderung des Landeskrebsregisters in Kraft tritt.

Viola Gräfe | Dr. med. Patricia Shadiakhy

Was ist ein Krebsregister?

Ein Krebsregister ist eine systematische Sammlung und Speicherung von Informationen zu bösartigen Neubildungen einschließlich Lymphomen und Leukämien in Form einer Datenbank. In Deutschland werden derzeit flächendeckend Krebsregister aufgebaut. Nach den jeweiligen Landeskrebsregistergesetzen sind Ärztinnen und Ärzte in Praxen und Krankenhäusern dazu verpflichtet, bestimmte Daten von an Krebs erkrankten Patientinnen und Patienten an die Krebsregister zu melden. Während im epidemiologischen Krebsregister das Monitoring (räumlich und zeitlich) fokussiert wird, sind es im klinischen zum Beispiel die grundsätzlich aktuellen Behandlungsaspekte verschiedener Tumorentitäten.

Epidemiologische Krebsregister
  • Epidemiologische Register zählen die Krebshäufigkeit innerhalb einer bestimmten Region. Im Fokus steht dabei die bevölkerungsbezogene Analyse, wie zum Beispiel die Frage: Gibt es Unterschiede nach Geschlecht, Alter und Wohnort?
Klinische Krebsregister
  • Aufgabe der klinischen Krebsregister ist eine möglichst detaillierte und lückenlose Dokumentation der Tumordiagnosen, angewendeter Therapien sowie des Verlaufes von Krebserkrankungen. Ziel ist es, die Behandlung von Tumorerkrankungen qualitativ zu verbessern, aber auch die Krebsfrüherkennung weiterzuentwickeln.