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Biomarker-Test bei Brustkrebs wird Kassenleistung

11.11.2019 KVNO aktuell, Praxisinfos

Ein spezifizierter Biomarker-Test zur Ermittlung des Rezidivrisikos bei Brustkrebs wird spätestens im Februar 2020 gesetzliche Kassenleistung. Ein entsprechender Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) ist bereits in Kraft getreten. Der Bewertungsausschuss muss aber noch die Vergütung regeln. Der Test soll die Entscheidung für oder gegen eine adjuvante systemische Chemotherapie unterstützen.

Eingesetzt werden kann der Biomarker-Test bei Patienten mit einem primären Hormonrezeptor-positiven, HER2/neu-negativen, nodalnegativen und nicht metastasierten Mammakarzinom unter Anwendung der Vorgehensweise des „Oncotype DX Breast Recurrence Score®“. Zu weiteren Tests und Anwendungsgebieten werden die Beratungen im G-BA fortgesetzt. Wenn diese schon im Rahmen von Selektivverträgen oder in der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung erbracht werden, ist dies unberührt vom genannten Beschluss weiterhin möglich. Darauf hat das Bundesgesundheitsministerium hingewiesen.

Die Aufklärung zum Biomarker-Test dürfen nur bestimmte ärztliche Fachgruppen übernehmen, etwa Gynäkologen mit Schwerpunkt gynäkologische Onkologie, Fachärzte für Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie sowie Internisten oder Gynäkologen mit dem Nachweis der Zusatzweiterbildung „Medikamentöse Tumortherapie“. Bei Teilnahme an der Onkologie-Vereinbarung können auch Angehörige anderer Fachgruppen die Aufklärung übernehmen. Im Rahmen der Aufklärung muss ein vom G-BA veröffentlichtes Merkblatt für die Patienten mit einbezogen werden.