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Smartphone-Angebot mit Unterstützung der KV Nordrhein: 11 6 11 7 hilft auch als App

03.12.2019 Gesundheitstipps, KVNO aktuell

Die Kampagne zur Notdienstnummer „Elf 6, Elf 7“ läuft auf Hochtouren. Beworben wird die Telefonnummer 11 6 11 7 als zentrale Anlaufstelle für Patienten. Ergänzend zum telefonischen Service baut die Kassenärztliche Bundesvereinigung das Online-Angebot für die Nummer aus. Dazu gehört auch eine App, mit der Patienten unter anderem nach Notdienstpraxen suchen können. Das Konzept dafür hat die KV Nordrhein entwickelt.

Auch wenn im Rahmen der Kampagne noch keine gezielte Werbung für die App stattgefunden hat – sie wird bereits fleißig installiert: Anfang November wurde die App schon über 10.000 Mal auf Smartphones in Deutschland installiert. Die Bewertungen der Anwender sind dabei fast durchweg positiv.

Das Bild zeigt einen Screenshot der 11 6 11 7-App.
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Die Startseite der App: Der Patient wählt zwischen drei Dringlichkeitsstufen: „Sofort“, „Heute“ und „Bald“.

Was leistet die App? Sie unterstützt vor allem die Suche nach Notdienstpraxen. Wenn die Nutzer zulassen, dass die App auf den Standort zugreifen darf, zeigt diese die nächstgelegenen Notdienstpraxen an – und auf Wunsch auch den kürzesten Weg dorthin. Über die App lässt sich die 11 6 11 7 ebenso anwählen wie die 112. Sie umfasst auch eine vollständige Arztsuche und nützliche Verweise zum Beispiel auf den Apothekenfinder.

Die KV Nordrhein hat 2017 die Inhalte einer solchen App definiert, einen Prototyp entwickelt und diesen auf Verständlichkeit und Benutzbarkeit getestet. Das Thema Notdienst rückte dann bundesweit auf die gesundheitspolitische Agenda, sodass die Kassenärztliche Bundesvereinigung sich zur Entwicklung der App entschloss und ihrer Tochter, der KV Telematik GmbH, diese übertrug. Die KV Nordrhein stellte ihre Ergebnisse dafür zur Verfügung.

Das Bild zeigt einen Screenshot der 11 6 11 7-App.
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Wenn ein Patient über die Dringlichkeitsstufe „Heute“ eine Bereitschaftspraxis sucht und den Standortzugriff zulässt, erscheint eine Karte mit den umliegenden Praxen.

eTerminservice kommt

Die Arbeiten an der App laufen weiter. Fast fertig ist der eTerminservice. Über ihn können Patienten Termine direkt via Internetsite 11 6 11 7. de oder ganz bequem auch per App buchen. Das gilt natürlich nur für Termine, die die Praxen der Terminservicestelle als frei gemeldet haben. Dieser Service startet bereits im Januar 2020 – und das soll auch stärker beworben werden. Die Praxen erfahren davon automatisch per Fax oder E-Mail, je nachdem, welchen Kanal sie im eTerminservice eingestellt haben.

Das Bild zeigt einen Screenshot der 11 6 11 7-App.
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Wählt der Patient eine Praxis durch Antippen aus, erscheinen weitere Informationen wie Adresse und Öffnungszeiten.

Die technische Entwicklung der App wird noch weitergehen. Im Laufe des Jahres soll die elektronische Buchung des Termins parallel ins Praxisverwaltungssystem eingespielt werden. Ende 2020 sollen Patienten sogar per Spracheingabe ihre gesundheitlichen Beschwerden vortragen können und einen Hinweis erhalten, was sie am besten tun sollen, zum Beispiel direkt den Rettungsdienst anrufen oder die 11 6 11 7 anklicken/wählen. In manchen Fällen dürfte auch eine Selbstbehandlung ausreichend sein, auch dies gibt die App an. Wichtig zu betonen ist: Die Software liefert keine Diagnose, sondern soll ausschließlich dazu beitragen, dass der Patient erkennen kann, wie dringlich eine Behandlung ist.

Bernhard Acke | Frank Naundorf

11 6 11 7 – Nummer für Akutfälle und Termine 24/7

  • Ab 1. Januar 2020 sind unter der Nummer bundesweit 24 Stunden am Tag auch die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen zu erreichen, die vor drei Jahren eingerichtet wurden, um Patienten bei der Suche nach einem Arzttermin zu unterstützen.
  • Mithilfe der dafür entwickelten Software SmED fragt medizinisches Fachpersonal, zum Beispiel in der Arztrufzentrale in Duisburg, die Anrufer gezielt nach ihren Beschwerden. So schätzen die Mitarbeiter vor allem die Dringlichkeit einer Behandlung ein und vermitteln Patienten in die richtige Versorgungsebene.
  • Die Versorgungsebene kann der Hausarzt, Facharzt oder Bereitschaftsdienst sein, aber auch die Notaufnahme eines Krankenhauses.