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Telemedizin: NRW stellt 2 Millionen Euro Fördergelder bereit

13.11.2019 Honorar, KVNO aktuell

Das Land Nordrhein-Westfalen (NRW) stellt zwei Millionen Euro für die Förderung der Telemedizin im ambulanten Bereich zur Verfügung.

Gemeinsam mit den Kassenärztlichen Vereinigungen, den Hausärzteverbänden und den Krankenkassen hat das Land ein Förderprogramm entwickelt, mit dem Arztpraxen, Pflegeheime, ambulante Pflegedienste und Hospize die Förderung technischer Telemedizinkomponenten und eHealth-Fortbildungen beantragen können. Die KV Nordrhein erhält aus dem Projekt eine Million Euro, um den förderungswilligen und -berechtigten Akteuren die Mittel bereitstellen zu können.

Gefördert wird zum einen die technische Infrastruktur zur Durchführung von Videosprechstunden zwischen Ärzten und Patienten, zur telemedizinisch gestützten Delegation und zur elektronischen Visite in der Pflege. Die Infrastruktur für Telekonsile wird ebenfalls gefördert. Hierbei können Hausärzte beispielsweise durch den Einsatz spezieller Kommunikationssoftware einen besonders qualifizierten ärztlichen Experten online konsultieren und um Unterstützung bitten – von der Diagnosestellung bis hin zu möglichen Therapiewegen.

Zahlreiche Fortbildungen im Bereich Telematik und Telemedizin sowie zur Entlastenden Versorgungsassistentin oder zur Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis sind ebenfalls zuwendungsfähig. Die Förderanträge können bis zum 16. Februar 2020 gestellt werden.

Telemedizin künftig breiter einsetzen

Rein technisch sind viele telemedizinische Anwendungen bereits möglich, genutzt werden sie aber vergleichsweise selten. „In der Vergangenheit haben wir vorwiegend Einzelprojekte gefördert. Jetzt ist es an der Zeit, die Ergebnisse in die Fläche zu bringen und die Vorteile der Telemedizin jedem Patienten unabhängig von seinem Wohnort zugänglich zu machen“, sagt NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann.

Das Foto zeigt einen Arzt, der über den Monitor zugeschaltet ist.

Im Rahmen von Telekonsilen können Ärzte die Meinung von Spezialisten zur Diagnose und Therapie eines Patienten einholen.

Die finanzielle Förderung ist ein wichtiger Beitrag zum Ausbau der Telemedizin, denn telemedizinische Angebote können sowohl Ärzte als auch nichtärztliches, medizinisches und pflegerisches Personal bei der Arbeit unterstützen. Es stellt deshalb einen großen Nutzen im Versorgungsalltag dar.

Insbesondere bei der Betreuung immobiler und chronisch kranker Patienten können telemedizinische Anwendungen die Diagnostik und Behandlung unterstützen. So kann die Langzeiterfassung medizinisch relevanter Vitaldaten der Patienten die betreuenden Ärzte von Routineaufgaben entlasten – und für die Patienten eine deutliche Verbesserung der Versorgungsqualität bedeuten.

„Es ist gut, dass das Land auch bei der Förderung der Telemedizin mit uns gemeinsame Sache macht“, sagt Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein. „Das Engagement ist eine sinnvolle Ergänzung unseres gezielten Einsatzes für telemedizinische Projekte und Produkte, die das Potenzial haben, die Qualität der Versorgung nachhaltig zu erhöhen und die zunehmend knappen ärztlichen Ressourcen zu schonen. Das können Telekonsile, aber auch regionale Versorgungsnetzwerke etwa für Pflegeheimbewohner sein.“

Förderung telemedizinischer Fortbildung

Die Anschaffungskosten zur Einrichtung der telemedizinischen Infrastruktur werden mit insgesamt bis zu 90 Prozent für niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten, medizinische Versorgungszentren und Praxisnetze beziehungsweise bis zu 60 Prozent für Pflegeheime, Hospize und ambulante Pflegedienste übernommen.

Damit die Telemedizin künftig routinierter im Praxisalltag eingesetzt werden kann, muss aber auch das nichtärztliche Personal qualifiziert werden und das Wissen um die Telemedizin sowohl auf ärztlicher als auch auf nichtärztlicher Seite gestärkt werden. Aufgrund dessen werden für die betreffenden Akteure im Gesundheitswesen entsprechende Fortbildungen und Seminare in diesen Bereichen mit bis zu 80 Prozent der Gesamtkosten gefördert.