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Aktuelle Fragen an die Serviceteams – und deren Antworten: TSVG-Zuschläge

13.11.2019 Honorar, KVNO aktuell

In den Praxen wirft das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) viele Fragen auf, vor allem rund um die Abrechnung, zum Beispiel der Zuschläge für Termine, die die Terminservicestelle (TSS) vermittelt. Die Antworten auf häufige Fragen haben wir hier für Sie zusammengestellt – mehr Infos finden Sie im Internet.

Ist ein Patient, der mit einer Überweisung vom Hausarzt zum Facharzt kommt, immer ein HA-Vermittlungsfall?

Nein. Auch dieser Patient gilt nur als HA-Vermittlungsfall, wenn der Hausarzt tatsächlich einen Termin für seinen Patienten vereinbart hat. Das gilt auch, wenn die Überweisung einen Dringlichkeitscode hat.

Wie kennzeichne ich einen Neupatienten, der in meine offene Sprechstunde kommt?

Sie entscheiden, ob der Patient als Neupatient oder in der offenen Sprechstunde abgerechnet wird. Sofern der Patient zuerst in der offenen Sprechstunde abgerechnet wurde, kann dieser anschließend nicht mehr als Neupatient abgerechnet werden.

Kann ich als Hausarzt auch offene Sprechstunden anbieten und abrechnen?

Ja. Auch als Hausarzt können Sie offene Sprechstunden anbieten und die dort erbrachten Leistungen abrechnen. Eine Kennzeichnung als Vermittlungsart „offene Sprechstunde“ entfällt, da das TSVG für Hausärzte für diese Fälle keine extrabudgetäre Vergütung vorsieht.

Müssen wir den „Vermittlungszuschlag“ in jedem Fall eintragen, der von der TSS vermittelt wird?

Den Zuschlag dürfen Sie bei einer dringlichen Vermittlung (Überweisung mit Dringlichkeitscode) eintragen. Zudem darf die Wartezeit auf den Termin höchstens 35 Tage betragen. Wenn die zwei Punkte zutreffen, dann erhalten Sie den Zeitzuschlag.

Bei von der TSS vermittelten Terminen ohne Überweisung (zum Beispiel an Augenärzte oder Gynäkologen) wird der Zuschlag nicht eingetragen. Dasselbe gilt auch für von der TSS vermittelte Termine für die Kindervorsorgen bzw. die psychotherapeutische Sprechstunde (Erstgespräch).

Woher weiß ich, ab wann die Wartezeit zählt?

Die TSS teilt Ihnen per E-Mail oder Fax den Tag mit, an dem sich der Versicherte wegen des Termins an die TSS gewandt hat. Ab diesem Datum wird gezählt, der Tag selbst zählt mit.

Muss ich einen zweiten Schein anlegen, wenn ein Patient zuerst als TSS-Vermittlungsfall zu mir kommt und dann einige Tage später einen Termin zur Sonographie hat?

Nein. Die Abrechnung aller Folgekonsultationen erfolgt über den TSS-Vermittlungsfall. Diese Regelung gilt in einer Einzelpraxis oder wenn die Folgekonsultationen alle bei der gleichen Facharztgruppe stattfinden.