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DMP Rückenschmerz und Depression

25.09.2019 DMP, KVNO aktuell, Praxisinfos, Verträge

Für zwei Erkrankungen sind neue Disease-Management-Programme (DMP) auf den Weg gebracht worden: Für chronischen Rückenschmerz trat der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) am 1. Oktober 2019 in Kraft, für Depression wurde das Programm kürzlich beschlossen. Damit wird erstmals ein DMP für eine psychische Erkrankung zur Verfügung stehen.

DMP Depression: Das Programm richtet sich an Patienten mit einer unipolaren Depression mit mindestens mittlerem Schweregrad. Dabei muss es sich um die mindestens dritte oder eineüber ein Jahr andauernde Erkrankungsepisode handeln. Menschen mit aktuell leichter depressiver Episode oder einer erstmalig auftretenden Erkrankung sind nicht Zielgruppe des DMP.

Die Diagnose kann vom koordinierenden Arzt oder von einem Psychologischen Psychotherapeuten gestellt werden. Koordinieren können Hausärzte sowie alle für psychische Erkrankungen spezialisierten Fachärzte.

Der Beschluss steht noch unter dem Genehmigungsvorbehalt des Bundesgesundheitsministeriums (BMG).

DMP chronischer Rückenschmerz: Dieses DMP trat bereits am 1. Oktober in Kraft. Voraussetzung für die Teilnahme sind chronische, länger als zwölf Wochen andauernde Kreuzschmerzen mit deutlichen Einschränkungen der Aktivität, die auf leitliniengerechte Behandlung nicht angesprochen haben. Zudem dürfen keine spezifischen Ursachen für den Kreuzschmerz vorliegen, etwa Wirbelkörperfrakturen, rheumatische Erkrankungen oder ein Tumor im Bereich der Wirbelsäule. Dann ist das Einschreiben in das DMP nicht möglich, da die Behandlung der ursächlichen Erkrankung Vorrang hat.

Die KV Nordrhein wird nun Gespräche mit den Kassen über eine vertragliche Realisierung des DMP Rückenschmerz aufnehmen. Wenn das DMP Depression vom BMG genehmigt wird, wird die KV Nordrhein auch hierzu Vertragsverhandlungen aufnehmen. Mit Ergebnissen ist voraussichtlich im nächsten Jahr zu rechnen.