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11 6 11 7-Kampagne: Die Elfen im Rheinland

25.09.2019 KVNO aktuell, Praxisinfos

Die KV Nordrhein greift die am 30. August 2019 gestartete, bundesweite Kampagne für die 11 6 11 7 auf – die „Elfen“ werden auch im Rheinland in Anzeigen und auf Plakaten zu sehen sein. Dazu machte die KVNO beim Sommerempfang am 11. und auf einer Pressekonferenz am 18. September 2019 auf die Kampagne aufmerksam.

„Man kann über die ,Elfen‘ denken, was man will: Solche ,Eselsbrücken‘ helfen dem Gedächtnis – und darum geht es auch in Nordrhein“, sagte KVNO-Vorstandsvorsitzender Dr. med. Frank Bergmann. Es gebe verschiedene Gründe für die nachhaltige Bewerbung der Hotline: „Aus Umfragen wissen wir, dass zwar rund 40 Prozent der gesetzlich Versicherten die 11 6 11 7 kennen, aber sich nur etwa jeder Vierte im Bedarfsfall tatsächlich direkt an den ambulanten Notdienst wendet – das ist uns zu wenig und das wollen wir ändern.“

Ziel der Kampagne sei es aber im zweiten Schritt auch, die Patienten über die Strukturen und Abläufe „hinter der Nummer“ zu informieren – nicht zuletzt wegen ihrer künftigen Funktion: Ab Januar 2020 wird die 11 6 11 7 zur jederzeit erreichbaren Service-Nummer für Hilfesuchende, denn auch die Terminservicestellen werden dann darüber erreichbar sein.

Kein weiteres Gesetz erforderlich

Schon heute befinden sich 72 der 75 Notdienstpraxen in oder an Krankenhäusern. Dirk Skalla, Abteilungsleiter Notdienst, betonte, dass in Nordrhein wie mit dem Land vereinbart bis Ende 2022 flächendeckend Portalpraxen mit gemeinsamem Tresen eingerichtet werden sollen – jüngste Beispiele sind die am 1. Oktober öffnende Notdienstpraxis in Dinslaken, die Praxis in Würselen sowie fachärztliche Notdienstpraxen an Fachkliniken etwa in Aachen, Düsseldorf (beide augenärztlich) sowie Mönchengladbach (kinderärztlich).

„Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Vorgaben der Bundes- und Landespolitik umzusetzen. Deshalb brauchen wir auch kein weiteres Gesetz zur Notfallversorgung und schon gar keine Regelungen, die den Bereitschaftsdienst zur Ländersache machen. Wir sind mit den Portalpraxen sowie der engen Kooperation mit Krankenhäusern und dem Rettungsdienst auf dem richtigen Weg“, sagte Bergmann.

Wie eine bedarfsgerechte Steuerung von Patienten gelingen kann, erprobt die KV Nordrhein in Köln zusammen mit der örtlichen Rettungsleitstelle. Über Einzelheiten des Projekts zur „komplementären Notfallversorgung“ informierte Dr. Michael Klein, Leiter der Arztrufzentrale NRW. „Für Bürger aus Köln ist die 11 6 11 7 seit Januar rund um die Uhr erreichbar“, sagte Klein.

Etwa 2.700 Bürger haben seither den ambulanten Notdienst kontaktiert, obwohl die örtlichen Praxen noch geöffnet waren – in über 780 Fällen wurden Termine in Kölner Arztpraxen organisiert. Zur Unterstützung nutzt die Arztrufzentrale das softwarebasierte Ersteinschätzungssystem „SmED“. Mit dessen Hilfe können Mitarbeiter der Arztrufzentrale auf Basis gezielter und strukturierter Fragen die Dringlichkeit des Behandlungsbedarfes ermitteln. „Mittlerweile wurden von der Arztrufzentrale schon rund 22.000 Ersteinschätzungen erfolgreich durchgeführt. Damit sind wir bundesweit Spitze“, berichtete Klein.

Dr. Heiko Schmitz