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Versichertenbefragung: Viel Vertrauen, viel Kontakt

05.09.2019 KVNO aktuell

Über das Angebot ärztlicher Leistungen wird fortlaufend diskutiert. Die aktuelle Versichertenbefragung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zeigt einmal mehr, wie wichtig feste ärztliche Ansprechpartner für die Patienten sind – und dass Wartezeiten nur für wenige ein Problem darstellen.

91 Prozent der Patienten geben an, ein gutes oder sehr gutes Vertrauensverhältnis zu ihrem behandelnden Arzt zu haben, in Nordrhein liegt der Prozentsatz bei der Antwort „sehr gut“ mit 54 Prozent noch über dem Bundesdurchschnitt. „Die Versichertenbefragung ist für uns ein wichtiger Indikator und zeigt seit Jahren: Das Vertrauen der Menschen in ihre Ärzte ist ungebrochen hoch, unabhängig davon, wie über die ambulante Versorgung berichtet wird“, sagt Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein.

Die Grafik zeigt die Einschätzung der Befragten zur Versorgungssituation mit Haus- und Fachärzten

So schätzen die Befragten die Versorgungslage mit Haus- und Fachärzten ein. Nordrhein steht besser da als der Bundesdurchschnitt.

96 Prozent der Befragten aus Nordrhein (Bund: 95 Prozent) haben einen festen Ansprechpartner, sprich einen Hausarzt, den sie bei gesundheitlichen Problemen aufsuchen. Von den 4900 Befragten, die in den vergangenen zwölf Monaten einen Arzt aufgesucht haben, halten 93 Prozent die fachlichen Fähigkeiten dieses Arztes für gut oder sehr gut (Bund: 91 Prozent). Welche Rolle das persönliche Verhältnis spielt, zeigt sich auch in der Beurteilung der Videosprechstunde: 62 Prozent lehnen diese für sich selbst ab. 74 Prozent der Personen, welche die Videosprechstunde ablehnen, nannten als wichtigsten Grund, den direkten Kontakt zu bevorzugen (Bund: 72 Prozent).

Arztbesuche: Meistens dringend

Erstmals fragten die Meinungsforscher danach, wie dringend die Versicherten selbst ihren letzten Arztbesuch einschätzten. Zwei Drittel stuften diesen als dringend oder sehr dringend ein – unabhängig davon, aus welchem Grund er erfolgte. Die gefühlte Dringlichkeit ist in vielen Fällen höher als die tatsächliche und wirkt sich auch auf die Bewertung von Wartezeiten aus. 25, im Bundesdurchschnitt sogar 29 Prozent der GKV-Versicherten mussten bei ihrem letzten Arztbesuch gar keine Wartezeit in Kauf nehmen.

Mehr als jeder vierte gesetzlich Versicherte (Nordrhein: 27 Prozent, Bund: 26 Prozent) bekam innerhalb von einem Tag bis zu einer Woche einen Termin. „Lediglich 15 Prozent mussten über drei Wochen warten“, sagt Dr. med. Carsten König, stellvertretender Vorsitzender der KV Nordrhein. Und nur zehn Prozent der Befragten aus Nordrhein gaben an, dass es ihnen zu lange gedauert hat, bis sie einen Arzttermin bekommen haben.

Die Versichertenbefragung wird seit 2006 regelmäßig von der Forschungsgruppe Wahlen Telefonfeld GmbH im Auftrag der KBV durchgeführt. Im Zeitraum vom 11. März bis 29. April 2019 wurden telefonisch mehr als 6100 Versicherte ab 18 Jahren zu ihrer Einschätzung der Versorgungssituation in Deutschland befragt. Rund zehn Prozent der Befragten kamen aus Nordrhein.

Dr. Heiko Schmitz

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