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Vergütungsregelungen nach dem TSVG

29.08.2019 KVNO aktuell

TSVG-Fälle kennzeichnen

Die TSVG-Fälle sind in der Praxissoftware wie folgt zu kennzeichnen:

  • Vermittlungsart 1 : TSS-Terminfall
  • Vermittlungsart 3 : HA-Vermittlungsfall
  • Vermittlungsart 4 : Offene Sprechstunde
  • Vermittlungsart 5 : Neupatient
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11. Mai 2019

HA-Vermittlungsfall für den Facharzt
3

Fachärzte, die einen Patienten innerhalb von vier Kalendertagen behandeln, der von einem Hausarzt an den Facharzt vermittelt wurde, erhalten hierfür ebenfalls eine extrabudgetäre Vergütung.

Die erbrachten Leistungen werden in gewohnter Weise abgerechnet und sind in der Praxissoftware mit der Vermittlungsart 3 zu kennzeichnen.

11. Mai 2019

TSS-Terminfall
1

Die Behandlung von Patienten, die durch die Terminservicestelle (TSS) vermittelt werden, be- kommen Ärzte außerhalb der morbiditätsorien- tierten Gesamtvergütung (MGV) honoriert. Die Regelung ist für alle Arztgruppen außer für Fachärzte der Laboratoriumsmedizin und der Pathologie relevant.

Die erbrachten Leistungen werden in gewohnter Weise abgerechnet und sind in der Praxissoftware mit der Vermittlungsart 1 zu kennzeichnen.

1. September 2019

TSS-Terminfall Änderung: Zeitzuschlag
1

Für die über die TSS vermittelten Patienten erhalten Ärzte und Psychotherapeuten extrabudgetäre Zuschläge auf die Versicherten-, Grundoder Konsiliarpauschale, wenn der Behandlungstermin innerhalb bestimmter gestaffelter Zeiträume stattfindet. Für die Bestimmung des Zuschlags teilt die TSS dem Arzt den Tag mit, an dem sich der Patient an die TSS gewendet hat.

GOP für arztgruppenspezifische Zuschläge zur Versicherten-, Grund-, Konsiliarpauschale abrechnen und mit Buchstaben kennzeichnen:

  • B: 50 % Aufschlag / Terminvermittlung innerhalb 8 Tagen
  • C: 30 % Aufschlag / Terminvermittlung innerhalb 9 bis 14 Tagen
  • D: 20 % Aufschlag / Terminvermittlung innerhalb 15 bis 35 Tagen

 

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1. September 2019

HA-Vermittlungsfall für den Hausarzt
3

Hausärzte erhalten ab 1. September 2019 für die Vermittlung eines aus medizinischen Gründen dringend erforderlichen Behandlungstermins bei einem Facharzt einen finanziellen Zuschlag zu den Versichertenpauschalen in Höhe von 93 Punkten. Das sind derzeit 10 Euro.

Der vermittelte Patient darf von dem Facharzt im laufenden Quartal noch nicht behandelt worden sein. Die Behandlung muss innerhalb von vier Kalendertagen stattfinden. Nimmt der Patient den Termin nicht wahr, erhält der Hausarzt trotzdem 10 Euro.

Der Hausarzt rechnet für den Zuschlag die GOP 03008 und der Kinderarzt die GOP 04008 ab. Außerdem stellt der Hausarzt einen Überweisungsschein für den Facharzt aus.

In der Abrechnung ist zusätzlich die Betriebsstättennummer (BSNR) der Praxis anzugeben, an die der Patient vermittelt wurde.

Die BSNR der einzelnen Praxen finden Hausärzte in der Kollegensuche im Sicheren Netz – auch erreichbar über die Telematikinfrastruktur. Die Vermittlung innerhalb einer BAG oder eines Medizinischen Versorgungszentrumgs (MVZ) ist nicht möglich.

1. September 2019

Offene Sprechstunde
4

Im Bewertungsausschuss wurden zwölf Facharztgruppen definiert, die zur Durchführung und Veröffentlichung von mindestens fünf offenen Sprechstunden pro Woche (bei vollem Versorgungsauftrag, sonst anteilig) verpflichtet sind. Die Regelung gilt für folgende Arztgruppen: Augenheilkunde, Chirurgie, Kinderchirurgie bzw. Plastische und Ästhetische Chirurgie, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Haut- und Geschlechtskrankheiten, Kinder- und Jugendpsychiatrie beziehungsweise -psychotherapie, Nervenheilkunde, Neurologie beziehungsweise Neurologie und Psychiatrie, Neurochirurgie, Orthopädie beziehungsweise Orthopädie und Unfallchirurgie, Psychiatrie und Psychotherapie und Urologie.

In der offenen Sprechstunde werden für bis zu fünf offene Sprechstunden je Kalenderwoche und für den gesamten Arztgruppenfall alle Leistungen extrabudgetär und damit in voller Höhe vergütet.

Kennzeichnung des Abrechnungsfalles im PVS als "offene Sprechstunde"

Die Anzahl der möglichen Kennzeichnungen ist gedeckelt: Die Grenze liegt bezogen auf die einzelne Praxis bei höchstens 17,5 Prozent der Arztgruppenfälle. Bis zum 31. August 2019 sollen hierzu noch weitere Details vereinbart werden.

 

1. September 2019

Neupatient
5

Ein Patient gilt dann als "neu", wenn dieser erstmals oder nach zwei Jahren erneut in der Arztpraxis behandelt wird. Der Wechsel aus einem Selektivvertrag oder der Krankenkasse macht aus einem Patienten hingegen keinen Neupatienten.

Die Regelung gilt für Arztgruppen der folgenden EBM-Kapitel: 3, 4, 6, 7, 8, 9, 10, 13 (einschließlich Unterabschnitte), 14, 16, 18, 20, 21, 22, 23, 26, 27 und Abschnitt 30.7.

Für Anästhesisten ohne Schmerztherapie, Humangenetiker, Labormediziner, Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgen, Nuklearmediziner, Pathologen und Radiologen gilt diese Regelung nicht.

 

In der Praxissoftware wird der neue Patient mit der Vermittlungsart "Neupatient" gekennzeichnet.

In den Folgequartalen kann in der jeweiligen Arztgruppe der Patient bis zum Ablauf der zwei Jahre nicht als "Neupatient" abgerechnet werden.

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