Logo der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein

Navigation

Teilentfernung vergrößerter Gaumenmandeln abrechenbar

05.09.2019 Praxisinfos

Seit 1. Juli 2019 können Ärzte die operative Teilentfernung vergrößerter Gaumenmandeln abrechnen. Einen entsprechenden Beschluss zur Änderung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) hat der Bewertungsausschuss gefasst.

Der Eingriff wurde gemäß Operationen- und Prozedurenschlüssel (OPS)-Kode in den Anhang des EBM aufgenommen: 5-281.5 "Tonsillektomie (ohne Adenotomie): Partiell, transoral". Zugleich wird dieser OPS-Kode aus dem Verzeichnis nicht oder nicht mehr berechnungsfähiger Leistungen (Anhang 4 zum EBM) gestrichen.

Die Tonsillotomie kann nunmehr über die GOP 31232 (1593 Punkte/ 172,40 Euro) bzw. 36232 (877 Punkte/ 94,91 Euro) als ambulanter beziehungsweise belegärztlicher Eingriff abgerechnet werden. Nur Fachärzte für Hals-Nasen- Ohrenheilkunde dürfen den Eingriff vornehmen. Aufgrund der langen Überwachung im Anschluss an eine Tonsillotomie können Ärzte die GOP 31504 (743 Punkte / 80,42 Euro) beziehungsweise 36504 (87 Punkte/ 9,47 Euro) entsprechend eines Eingriffes der Kategorie N3 ansetzen.

Auswirkungen auf die regionalen Vereinbarungen

Mit Aufnahme der Tonsillotomie in den EBM sollten die regionalen Vereinbarungen beendet werden. Aufgrund offener Fragen, die derzeit auf Bundesebene noch zu klären sind – unter anderem zur Abrechnung der Kombinationsleistung Tonsillotomie mit Adenotomie – hat sich die KV Nordrhein in Abstimmung mit dem Berufsverband aber dafür eingesetzt, die bestehenden Selektivverträge bei der Vertragspartnern vorerst fortzuführen. Das betrifft die Verträge der AOK, Knappschaft, KKH sowie des BKK Landesverbandes. Die Barmer hat den Vertrag zum 30. Juni 2019 beendet.

Für Versicherte der Barmer und den anderen hier nicht erwähnten Krankenkassen ist die Erbringung der Tonsillotomie seit dem 1. Juli 2019 ausschließlich über den EBM abrechenbar.