Logo der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein

Navigation

HIV-Präexpositionsprophylaxe wird Kassenleistung

23.08.2019 KVNO aktuell, Verordnungsinfos

Zur Vorbeugung einer HIV-Infektion übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen ab 1. September in bestimmten Fällen die Kosten für eine Präexpositionsprophylaxe (PrEP). Anspruch auf die PrEP haben Versicherte ab 16 Jahre mit einem substanziellen HIV-Risiko. Dies gilt auch für die erforderlichen Untersuchungen vor und während der Anwendung; dazu gehören ein HIV-Test, um sicher zu gehen, dass die Person noch nicht mit dem Virus infiziert ist.

Der Gesetzgeber hat im Terminservice- und Versorgungsgesetz festgelegt, dass gesunde Menschen mit substanziellem HIV-Infektionsrisiko Anspruch auf ein Medikament haben, das die Vermehrung von HIV im Körper verhindert. Dies sind in erster Linie Männer, die Geschlechtsverkehr mit Männern haben, und Transgender, die angeben, analen Geschlechtsverkehr ohne Kondome zu haben. Ein individuell erhöhtes Ansteckungsrisiko können auch Drogensüchtige ohne Gebrauch steriler Injektionsmaterialien haben sowie Personen, die mit jemandem Geschlechtsverkehr haben, bei der oder dem eine nicht diagnostizierte HIV-Infektion wahrscheinlich ist. Zugelassen sind Kombination von Emtricitabin und Tenovovir disoproxil, von denen Generika verfügbar sind.

Generell dürfen alle Vertragsärzte eine PrEP durchführen, die über eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung gemäß der bestehenden Qualitätssicherungsvereinbarung HIV/Aids verfügen. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Ärzte, die in HIV-Schwerpunktpraxen tätig sind. Zudem können bestimmte Fachärzte unter speziellen Voraussetzungen eine Genehmigung erhalten. Dazu gehören Allgemeinmediziner, Hausarztinternisten, Urologen, Gynäkologen, Hautärzte sowie Kinder- und Jugendmediziner.

Der Bewertungsausschuss hat drei Gebührenordnungspositionen (GOP) für ärztliche Beratung und Kontrolle

  • 01920 | Beratung vor Beginn einer PrEP: 115 Punkte je vollendete zehn Minuten, bis zu dreimal im Krankheitsfall).
  • 01921 | Einleitung einer PrEP: 115 Punkte, einmal im Jahr. Die Ziffer beinhaltet unter anderem Indikationsstellung, Überprüfung des HIV- und HBV-Status' sowie Arzneimittelverordnung.
  • 01922 | PrEP-Kontrolle: 57 Punkte, maximal dreimal im Behandlungsfall. Die Ziffer beinhaltet unter anderem eine Überprüfung des HIV-Status' sowie therapiebedingter Neben- und Wechselwirkungen.

Die GOP stehen im neuen EBM-Abschnitt 1.7.8. Dort sind auch sieben Labor-Ziffern zur PrEP (01930 bis 01936) zu finden.

NAU