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Infos über die wichtigsten Indikationen und Logistiktipps: Fit im Notdienst

05.09.2019 KVNO aktuell

Welche Medikamente gehören in meinen Notarztkoffer? Was ist zu tun bei einem psychiatrischen Notfall? Was sind die wichtigen Verfahrensweisen bei einer Reanimation? Antworten auf diese und viele andere Fragen, Infos und praktische Hinweise bietet der Kurs „Fit im Notdienst“.

Wer teilnimmt, lernt, worauf es im KV-Bereitschaftsdienst wirklich ankommt. Unter der Leitung von Dr. med. Guido Pukies, niedergelassener Internist und leitender Notarzt aus Neuss, bietet das aus erfahrenen Notärzten bestehende Referententeam einen umfassenden Einblick in das Aufgabengebiet des KV-Bereitschaftsdiensts.

Indikationen im Bereitschaftsdienst

„Anders als in dem Fachkunde-Bereich Notfallmedizin stellen wir explizit die für den KV- Bereitschaftsdienst relevanten Inhalte ausführlich vor und setzen auf viele Fallbeispiele“, sagt Guido Pukies. Im Fokus stehen die häufigsten medizinischen Indikationsgebiete bei einem Besuch eines Patienten im Fahrdienst oder bei der Behandlung eines Patienten in einer Notfallpraxis.

Das Foto zeigt einen Arzt im Fahrdienst im Raum Essen.

Arzt im Fahrdienst im Raum Essen. Ein Kurs des IQN bereitet auf den Notdienst vor.

Zu diesen medizinischen Indikationsgebieten gehören die Behandlung von Schmerzzuständen, akuten Herz- und Lungenerkrankungen, neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen, orthopädischen Krankheitsbildern bis hin zu Erkrankungen im Kindesalter.

Im Mittelpunkt steht die Frage, woran generell ein abwendbar gefährlicher Verlauf zu erkennen ist und wann vor Ort mit welchen Mitteln eine sichere Versorgung gewährleistet werden kann. „Unser Kurs ist eine Überlebenshilfe für den Notdienst“, sagt der Hausarzt aus Neuss.

Dazu gehört auch ein Reanimationstraining. „Hier haben Sie Gelegenheit, leitliniengerecht reanimieren zu üben“, erläutert der erfahrene Notarzt. Außerdem kann die Anwendung von Larynxtuben geübt werden. Auch die Leichenschau und das Ausfüllen des Totenscheins werden ausführlich besprochen.

Notfallkoffer und Selbstschutz

„Die Referenten vermitteln darüber hinaus wesentliche nichtmedizinische Aspekte“, würdigt Dr. med. Carsten König, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, das Konzept. Dazu gehört etwa die vorbereitende Logistik, zum Beispiel der Anruf kurz vor Dienstbeginn bei der Notdienst-Apotheke, um zu checken, ob diese auch die Medikamente vorrätig habe, auf die man im Notdienst setze. Weitere Punkte auf der Agenda: der Selbstschutz im Notdienst, allgemeine Regeln der Notfalldienst-Ordnung und die sinnvolle Ausstattung des Notfallkoffers sowie die spezifischen Notdienst-Dokumentationen.

Für Niedergelassene und Klinikärzte

„Zu Bereitschaftsdiensten beziehungsweise zum Notdienst sind alle niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen verpflichtet“, betont König. Dazu gehöre auch, sich im Bereich des Notdienstes so fortzubilden, dass man auf dem aktuellen Stand sei – und zwar unabhängig von der individuellen Fachrichtung.

Der Kurs bietet sich auch für Krankenhausärzte an, die KV-Bereitschaftsdienste übernehmen. Alle Regularien, die man hierfür kennen muss, werden vermittelt. Zudem erlernen die Teilnehmer den Umgang mit den Krankheitsbildern, die immer wieder in der Krankenhausambulanz landen, obwohl sich die Patienten eigentlich an den KV-Bereitschaftsdienst wenden müssten. „Ich bin selbst durch viele Notdienstvertretungen auf den Geschmack gekommen und habe mich schließlich als Hausarzt niedergelassen“, so Pukies.

Das Kurs-Konzept hat das Institut für Qualität im Gesundheitswesen in Nordrhein (IQN) zusammen mit einem Ärzteteam entwickelt. Die Rückmeldungen aus früheren Kursen fallen sehr positiv aus. Und war so manchem Arzt gar nicht wohl, wenn er eine ganze Schicht auf sich gestellt außerhalb seines Fachgebiets praktizieren musste, so berichten viele Teilnehmer, dass sie nach dem Kurs keine Angst mehr vor dem nächsten Dienst hatten – sondern im Gegenteil sogar Spaß am Notdienst.

Dr. med. Karl-Heinz Munter

Kursinfos kompakt

„Fit im Notdienst: Bereitschaftsdienst in der Praxis.“ Der Kurs ist 32 Stunden lang, verteilt über über vier Module bzw. vier Kurstage. Diese können einzeln (130 Euro) oder komplett (490 Euro) gebucht werden.

Modul 1 befasst sich unter anderem mit Regelungen der Notfalldienstordnung, mit Hinweisen zum Selbstschutz, der Ausrüstung, den Formularen sowie Todesfeststellung und Leichenschau.

Modul 2 enthält auch ein 1,5-stündiges Repetitorium zu Arzneimittelinteraktionen und eine Unterrichtseinheit zum Umgang mit Gewaltopfern inklusive Hinweisen zur Dokumentation.

Modul 3 bietet einen mehrstündigen Block zu Erkrankungen im Kindesalter.

Modul 4 sieht ein Reanimationstraining vor, bei dem viele Ärzte erstmals die Anwendung von Larynxtuben kennenlernen.

Wie in den Vorjahren wird der Kurs von der Nordrheinische Akademie für ärztliche Fort- und Weiterbildung anlässlich ihres Ärztekongresses auf Norderney angeboten.

Termin: 12. bis 16. Oktober 2019 (Herbstferien Nordrhein-Westfalen).