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Fortbildungskonzept „InterKultKom“: Kultursensibilität statt Stereotype

05.09.2019 KVNO aktuell

Welche Fähigkeiten benötigen Mediziner und Medizinische Fachangestellte (MFA) im Umgang mit Patienten aus anderen Kulturen? Um diese Frage ging es beim Abschluss-Symposium zum IQN-Fortbildungskonzept „InterKultKom“ am 29. August 2019 im Düsseldorfer Haus der Ärzteschaft.

Ärzte und MFA sehen sich in den Praxen durch Patienten mit Migrationshintergrund oft mit besonderen Herausforderungen konfrontiert. Dabei geht es nicht allein um Sprachprobleme, sondern auch um grundsätzliche Fragen des Umgangs mit anderen Kulturen, ihren Werten und Einstellungen gegenüber Gesundheit, Vorsorge oder Krankheitsbewältigung. Interkulturelle Kompetenz kann die Therapietreue der Patienten positiv beeinflussen – und somit auch den Behandlungserfolg unterstützen.

Erprobungsphase beendet

„Interkulturelle Kompetenz kann man erlernen“, sagt Dr. med. Martina Levartz. Sie ist Geschäftsführerin des Instituts für Qualität im Gesundheitswesen Nordrhein (IQN) und Koordinatorin des Modellprojekts „InterKultKom“, das jetzt seinen Abschlussbericht vorlegte. Im Rahmen eines Fachsymposiums diskutierten Vertreter der an dem Projekt beteiligten Institutionen die Ergebnisse der zweijährigen Erprobungsphase.

Die Schulungen fanden an fünf Halbtagsterminen im Rhein-Maas-Klinikum Würselen statt. Die rund 45 Teilnehmer waren Ärzte, Zahnärzte und Pflegende aus dem ambulanten und stationären Bereich, Medizinische und Zahnmedizinische Fachangestellte und andere Beschäftigte aus Gesundheitseinrichtungen.

In den Fortbildungen ist zum Beispiel vermittelt worden, wie Dolmetscher und Sprachmittler in den Kommunikationsprozess in Klinik und Praxis integriert werden können. Die Pilotteilnehmer trainierten, wie Kommunikation und Beziehungsgestaltung mit fremdsprachigen Patienten gelingen kann. Sie setzten sich mit Themen wie Krankheitsverarbeitung, Schmerz, Tod und Trauer in unterschiedlichen Kulturen auseinander, um emotionale Reaktionen von Schwerstkranken und Sterbenden mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund besser zu verstehen und sensibler darauf reagieren zu können. Wichtig war auch, die eigene kulturelle Prägung und Sozialisation zu reflektieren.

Gute Ergebnisse

Der Vorstandsvorsitzende der KV Nordrhein, Dr. med. Frank Bergmann, lobte die Ergebnisse aus den Testschulungen als ermutigenden Beitrag zu einer nachhaltigen und kultursensiblen medizinischen Versorgung. „Ich freue mich besonders, dass einzelne Module aus dem Konzept schon im Wintersemester in die Ausbildung von Medizinstudenten und Krankenpflegeschülern am Uniklinikum Aachen Eingang finden.“

An der Entwicklung und Durchführung des Modellprojekts beteiligt waren – neben dem IQN – die Ärzte- und Zahnärztekammer Nordrhein, die KV Nordrhein, die Krankenhausgesellschaft NRW, der Pflegerat NRW und der Verband medizinischer Fachberufe. Für die Evaluation zeichnete die Universität Witten/Herdecke verantwortlich. Die Robert Bosch Stiftung hat das Projekt finanziell unterstützt.

Thomas Lillig

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