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Wer muss Laborwerte anfordern?

27.06.2019 KVNO aktuell

Im Zuge der Laborreform zum 1. April 2018 kam es wiederholt zu Anfragen im Zusammenhang mit der Veranlassung von Laborleistungen. Dabei hat sich an den diesbezüglichen Regelungen durch die Laborreform nichts geändert. Grundsätzlich gilt: Laborkontrollen muss die Praxis durchführen, die auch die Therapie gestaltet.

Für die Veranlassung eines Laborwertes ist also nach wie vor der Arzt zuständig, der diesen Wert benötigt. Jeder Arzt hat die durchzuführenden Maßnahmen wirtschaftlich zu verantworten und zu veranlassen, die von ihm im Rahmen seiner Diagnostik und/oder Behandlung für erforderlich gehalten werden.

Stichwort: Laborreform
Das Bild zeigt mit Blut gefüllte Kanülen.

Den Anstieg der Kosten für Laborleistungen stoppen, das war ein Ziel der Laborreform, auf die sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der GKV-Spitzenverband verständigt haben. Außerdem sollte eine für Haus- und Fachärzte tragbare Lösung für die Finanzierung des Labornachschusses gefunden werden. Die neuen Vergütungsregelungen für das Labor gelten seit 1. April 2018. Weiteres Reform-Element: Um den Anreiz für eine wirtschaftliche Veranlassung von Laboruntersuchungen zu erhöhen, wurde der Wirtschaftlichkeitsbonus neu geregelt. Die durchschnittlichen Laborkosten eines Arztes je Behandlungsfall werden mit den Kosten seiner Arztgruppe verglichen – und dieses Verhältnis bestimmt die Höhe des Bonus.

 

Ein Hausarzt ist für die Kontrolle der Werte zuständig, wenn ein Patient bei ihm in Behandlung ist. Ist ein Patient in fachärztlicher Behandlung, zum Beispiel beim Rheumatologen oder Radiologen, dann sind die Werte dort zu erheben bzw. zu kontrollieren. So bleiben Therapie und Kontrolle in einer Hand. Dies gilt besonders dann, wenn die Versorgung mit Medikamenten ausschließlich durch die Facharzt-Praxis erfolgt.

Vorhandene Befunde übermitteln

Natürlich stellt die Hausarzt-Praxis vorliegende, aktuelle Laborbefunde, welche für die Mit- und Weiterbehandlung erforderlich sind, dem Facharzt zur Verfügung. Dies gilt in gleicher Weise von Facharzt zu Facharzt. Werden Patienten im Rahmen der Mit- und Weiterbehandlung vom Hausarzt an den Facharzt überwiesen und hält der Facharzt im Rahmen seiner weiteren Behandlung eine Labordiagnostik für erforderlich, so ist der Facharzt auch grundsätzlich für die Materialgewinnung und Überweisung ans Labor verantwortlich.

Wird der Patient nach Abschluss der Behandlung beim Facharzt wieder zur Betreuung an den Hausarzt übergeben, ist dieser für weitere Behandlungen verantwortlich – inklusive eventuell nötiger Labordiagnostik. Das sollte, wenn nötig, in Abstimmung mit dem Facharzt stattfinden, besonders im Rahmen von Verträgen wie den Disease-Management-Programmen, die eine strukturierte Behandlung spezifischer Krankheitsbilder beschreiben.

Michael Schilf