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Neuregelung im Honorarverteilungsmaßstab: Aktuelle Fallzahl auch für Fachärzte

27.06.2019 Honorar, KVNO aktuell

Ab dem dritten Quartal 2019 erfolgt die Berechnung des Regelleistungsvolumens (RLV) nun auch bei Fachärztinnen und Fachärzten nach aktueller Fallzahl – genauso wie bereits bei Hausärztinnen und -ärzten. Grund sind die neuen Vergütungsregeln des TSVG.

Das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) sieht für eine Reihe vertragsärztlicher Leistungen extrabudgetäre Vergütungen vor. Dazu gehören etwa die Behandlung von Patientinnen und Patienten, die durch die Terminservicestellen (TSS) vermittelt werden – sogenannte TSS-Terminfälle – sowie Leistungen, die Fachärzte in der Offenen Sprechstunde erbringen. Bei der Abrechnung dieser Leistungen wird die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung allerdings um die extrabudgetären Fälle bereinigt – zeitlich begrenzt auf ein Jahr. Das wirkt sich auf das Regelleistungsvolumen (RLV) der niedergelassenen Ärzte aus.

Bei Hausärzten wird das RLV bereits seit 2016 nach der aktuellen Fallzahl berechnet. Die Vertreterversammlung der KV Nordrhein hat sich nun dafür ausgesprochen, dies auch für Fachärzte zu übernehmen. Denn durch die neuen extrabudgetären Vergütungsregeln des TSVG bildet die Ermittlung der RLV auf Basis des Vorjahresquartals nicht mehr das aktuelle Leistungsgeschehen ab. Maßnahmen im Zusammenhang mit der Berechnung des RLV, die bislang nur im hausärztlichen Bereich Anwendung fanden – zum Beispiel die Fallzahlzuwachsbegrenzung –, gelten nun auch im fachärztlichen Bereich.

Mit der Umstellung auf aktuelle Fallzahlen erhalten die Praxen den notwendigen Spielraum für die Behandlung von Patienten nach TSVG-Vorgabe. Achtung: Das RLV wird dadurch auch bedeutend kleiner ausfallen, da für die Berechnung weniger Fälle herangezogen werden.

Weitere HVM-Anpassungen

Ebenfalls ab dem dritten Quartal 2019 vergütet die KV Nordrhein geriatrische und sozialpädiatrische Leistungen besser. Das bisherige Kontingent für diese Leistungen wird aufgelöst. Geriatrische Leistungen werden künftig aus dem RLV der Hausärzte vergütet, Leistungen der Sozialpädiatrie als leistungsfallbezogenes Qualifikationsgebundenes Zusatzvolumen (QZV). Die bisher gezahlten Mittel werden in das RLV bzw. QZV überführt.

Eine Änderung gibt es auch bei der Mutterschaftsvorsorge. Die Leistungen nach den Gebührenordnungspositionen (GOP) 01841 und 01842 EBM werden künftig als eigenes Kontingent innerhalb des Grundbetrags genetisches Labor mit einem floatenden Punktwert vergütet. Damit soll verhindert werden, dass die Mengenausweitung in der Molekulargenetik zulasten dieser beiden Leistungen geht.

Fachärzte für Augenheilkunde erhalten ab dem dritten Quartal ein Jahr lang einen Anpassungsfaktor auf ihren RLV-Fallwert. Grund dafür ist die Erhöhung der Grundpauschale, deren Finanzierung von den Kostenträgern übernommen wird.

Als Folge der Honorarverhandlung sind außerdem die bisherigen Honorarbegrenzungsregelungen zur Polysomnografie und zur kardiorespiratorischen Polygrafie aus dem HVM entnommen worden. Diese werden drei Jahre lang extrabudgetär von den Krankenkassen bezahlt.

Dirk Schultejans

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