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Biosimilars: Ärzte wollen die Umstellung steuern

27.06.2019 KVNO aktuell, Verordnungsinfos

Eine aktuelle Befragung der KV Nordrhein zeigt: Ärztinnen und Ärzte sind bereit, ihre Patientinnen und Patienten auf Biosimilars umzustellen. Dieser Prozess sollte aber in ärztlicher Hand bleiben.

Für das biologische Arzneimittel Adalimumab (Humira) wurden im Oktober 2018 die ersten Biosimilars in Deutschland eingeführt. Mit einem Preisvorteil von bis zu 40 Prozent gegenüber dem Original waren diese Biosimilars noch günstiger als vergleichbare Biosimilars anderer TNFalpha-Inhibitoren. Im ersten Quartal 2019 waren bereits 38 Prozent aller Adalimumab-Patienten in Nordrhein auf Biosimilars eingestellt.

Im April befragte die KV Nordrhein 134 Praxen mit mindestens zehn Adalimumab-Patienten zum Umgang mit Biosimilars. Der Rücklauf war sehr gut: Mehr als die Hälfte der Praxen (Gastroenterologen, Rheumatologen und Dermatologen) sendeten den Fragebogen zurück.

Ein Drittel der Praxen verordnen Biologika an mehr als 20 Prozent ihrer Patienten. Um sich zu informieren, nutzen die Praxen bevorzugt Quellen ihrer Fachgesellschaften (28 Prozent) oder des pharmazeutischen Unternehmers (21 Prozent). Biosimilars werden besonders wegen der Wirtschaftlichkeit (40 Prozent) oder wegen vorgegebener Quoten (30 Prozent) eingesetzt.

Der Preis und das Device (Fertigpen) sind bei der Wahl des Biosimilars ausschlaggebend und letztlich sprechen sich 98 Prozent der antwortenden Ärzte dafür aus, dass die Ein- und Umstellung der Patienten in der Hand des Arztes bleiben sollte.

HON