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Videosprechstunde ab 1. April für alle Indikationen

12.04.2019 Honorar, KVNO aktuell, Praxisinfos

Die Einschränkung auf bestimmte Indikationen bei der Videosprechstunde ist seit 1. April 2019 aufgehoben. Der Einheitliche Bewertungsmaßstab (EBM) wurde entsprechend angepasst. Durch den Wegfall der definierten Krankheitsbilder können jetzt auch Psychotherapeuten Leistungen der Videosprechstunde abrechnen: die Gebührenordnungsposition (GOP) 01439 für die Betreuung des Patienten sowie den Technikzuschlag 01450.

Die GOP 01439 gilt auch hier nur für Fälle, bei denen der Patient in einem Quartal nicht die Praxis aufsucht. Sie ist einmal im Behandlungsfall berechnungsfähig, wenn der Patient in den vorangegangenen zwei Quartalen mindestens einmal in der Praxis persönlich vorstellig geworden ist.

Pflegefallkonferenzen

Die Videosprechstunde wurde für Pflegefallkonferenzen zwischen dem Arzt beziehungsweise Psychotherapeuten und der Pflegekraft – bei der kein Patient einbezogen ist – angepasst. Dafür kann die GOP 01450 neben den GOP 37120 (Fallkonferenz Pflegeheim) und 37320 (Fallkonferenz Palliativversorgung) abgerechnet werden. Videosprechstunden zwischen Vertragsärzten beziehungsweise Vertragspsychotherapeuten und Pflegebedürftigen, eventuell unterstützt durch Bezugspersonen, können weiterhin auf Basis der bestehenden Regelungen im EBM erfolgen.

Das Bild zeigt eine Ärztin vor einem Bildschirm bei der Videosprechstunde; Foto: agenturfotografin, fotolia

Ab sofort können auch Psychotherapeuten Videosprechstunden anbieten. Benötigt werden Bildschirm mit Kamera, Mikrofon und Lautsprecher sowie eine Internetverbindung eines zertifizierten Videodienstanbieters.

Videosprechstunde

Die Videosprechstunde kann seit dem 1. April 2017 durchgeführt und abgerechnet werden. Dies ist zum Beispiel hilfreich bei langen Anfahrtswegen oder nach Operationen des Patienten. Organisatorische Voraussetzung: Der Arzt wählt einen zertifizierten Videodienstanbieter aus, der für einen reibungslosen und sicheren technischen Ablauf der Videosprechstunde sorgt. Arzt und Patient benötigen einen Bildschirm mit Kamera, Mikrofon und Lautsprecher sowie eine Internetverbindung. Eine zusätzliche Software ist nicht erforderlich.

Vergütung

Folgende Gebührenordnungspositionen (GOP) können für die Videosprechstunde abgerechnet werden:

  • GOP 01439: Betreuung eines Patienten im Rahmen einer Videosprechstunde (88 Punkte / 9,52 Euro)
  • GOP 01450: Technik- und Förderzuschlag (40 Punkte / 4,33 Euro / extrabudgetär)

Videosprechstunden sollen eine persönliche Vorstellung in der Praxis ersetzen. Daher ist die Konsultation nur über die GOP 01439 berechnungsfähig, sofern im gleichen Behandlungsfall keine Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale durch einen persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt ausgelöst wird. Andernfalls ist die Konsultation über die Videosprechstunde bereits als Teil der Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale abgegolten und die GOP 01439 nicht berechnungsfähig. Auch muss der Patient in den vorangegangenen zwei Quartalen mindestens einmal persönlich die Praxis aufgesucht haben, damit die GOP 01439 abgerechnet werden kann. Im organisierten Notfalldienst sind die Leistungen der Videosprechstunde nicht abrechnungsfähig.

Der Zuschlag 01450 ist auch neben der Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale berechnungsfähig und soll die Kosten für den Videodienst abdecken. Er ist gedeckelt auf 47 Videosprechstunden pro Quartal (maximal 1.899 Punkte / 205,52 Euro).

Zudem haben sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung und Krankenkassen darauf verständigt, bis Ende September festzulegen, welche Maßnahmen zur weiteren Förderung von Videosprechstunden nötig sind.