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Neues zur Verordnung psychiatrischer häuslicher Krankenpflege

09.05.2019 KVNO aktuell, Praxisinfos

Ärzte dürfen seit 1. April 2019 auch bei Patienten mit posttraumatischen Belastungsstörungen oder mit schweren psychischen Beeinträchtigungen im Wochenbett psychiatrische häusliche Krankenpflege verordnen. Die Vergütung wurde zudem angehoben.

So wird eine Erstverordnung der psychiatrischen häuslichen Krankenpflege jetzt mit 16,13 Euro (GOP 01422 | 149 Punkte) vergütet. Bei der Folgeverordnung sind es 16,67 Euro (GOP 01424 | 154 Punkte). Vorher waren es jeweils 14,50 Euro (134 Punkte).

Seit 1. April müssen Praxen den sogenannten GAF-Wert auf der Verordnung angeben. Dazu nutzen sie die GAF-Skala, eine international wissenschaftlich anerkannte Klassifikation zur Beschreibung der psychischen, sozialen und beruflichen Funktionen psychisch erkrankter Menschen.

Bei Regelindikationen muss ein GAF-Wert ≤ 50 vorliegen, damit Ärzte psychiatrische häusliche Krankenpflege verordnen dürfen. Für eine Verordnung aufgrund einer anderen Erkrankung aus dem Indikationsbereich F00–F99 muss der GAF-Wert ≤ 40 sein.

Grundsätzlich dürfen nur bestimmte Facharztgruppen psychiatrische häusliche Krankenpflege verordnen, zum Beispiel Neurologen und Psychiater. Haus- und Fachärzte mit der Zusatzbezeichnung Psychotherapie dürfen für sechs Wochen verordnen – allerdings nur, wenn eine vom verordnungsberechtigten Facharzt gesicherte Diagnose vorliegt, die nicht älter als vier Monate ist.