Logo der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein

Navigation

Aktuelle Fragen an die Serviceteams – und deren Antworten: Dauerbrenner Überweisungen

15.03.2019 KVNO aktuell

Das Thema Überweisungen ist ein Dauerbrenner im Serviceteam. Wir haben die häufigsten aktuellen Fragen und Antworten für Sie zusammengestellt.

Müssen Überweisungen noch ausgestellt und angenommen werden?

Ja, das Überweisungsgebot nach § 24 Bundesmantelvertrag – Ärzte (BMV-Ä) ist nach wie vor gültig. Danach muss ein Vertragsarzt diagnostische und therapeutische Leistungen, die von einem anderen Vertragsarzt durchgeführt werden sollen, per Überweisung (Muster 6) veranlassen. In diesen Fällen stellen Sie bitte eine Überweisung aus beziehungsweise nehmen die vorgelegte Überweisung an.

Lege ich bei einem Patienten mit Überweisung auch einen Datensatz „Ambulante Behandlung“ in der Abrechnung an?

Nein. Wenn der Patient eine Überweisung vorlegt, legen Sie den Datensatz in der Abrechnung auch als Überweisung an.

Sind Überweisungen quartalsübergreifend gültig?

Ja, das ist in Anlage 2 zum BMV-Ä geregelt. Wird der Überweisungsnehmer erst im Folgequartal tätig, ist die ausgestellte Überweisung trotzdem gültig. Voraussetzung: Der Patient legt eine gültige Versichertenkarte oder einen anderen gültigen Behandlungsausweis des zuständigen Kostenträgers vor. Bei sonstigen Kostenträgern gelten Besonderheiten.

Dürfen Überweisungen rückdatiert werden?

Nein. Der auf Überweisung handelnde Arzt darf Leistungen im Rahmen der vertragsärztlichen Versorgung erst erbringen, wenn ihm die Überweisung vorliegt. Sucht ein Patient ohne Abstimmung mit seinem Arzt einen ermächtigten Arzt zur Durchführung einer ambulanten Behandlung auf, kann er nachträglich keine Überweisung verlangen.

Muss nach einer ambulanten Operation für die postoperative Behandlung eine Überweisung vorliegen?

Ja, dafür muss dem weiterbehandelnden Arzt eine Überweisung des Operateurs vorliegen. Dieser muss das Operationsdatum und die entsprechende Gebührenordnungsposition aus dem EBM auf der Überweisung vermerken (EBM, Kap. 31.4).

Kann ein Patient einen Arzt auch ohne Überweisung aufsuchen?

Ja. Ausgenommen sind laut BMV-Ärzte § 13 Absatz 4 nur Fachgruppen, die ausschließlich auf Überweisung tätig werden dürfen: Ärzte für Labormedizin, Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie, Nuklearmedizin, Pathologie, Radiologische Diagnostik bzw. Radiologie, Strahlentherapie und Transfusionsmedizin. Auch Ermächtigte Ärzte können in Nordrhein nur auf Überweisung in Anspruch genommen werden.

Kann eine Überweisung auch namentlich an einen Arzt ausgestellt werden?

Aufgrund der freien Arztwahl soll nur die Gebiets-, Teilgebiets- oder Zusatzbezeichnung genannt werden, in deren Bereich die Überweisung ausgeführt werden soll. Eine namentliche Überweisung kann zur Durchführung bestimmter Untersuchungen an hierfür ermächtigte Ärzte bzw. ermächtigte ärztlich
geleitete Einrichtungen erfolgen.

Müssen wir immer die elektronische Gesundheitskarte (eGK) einlesen, auch wenn der Patient eine Überweisung vorlegt?

Eine Überweisung reicht als alleiniger Versicherungsnachweis nicht aus. Laut BMV-Ä sind Versicherte verpflichtet, beim Arztbesuch die eGK vorzulegen, auch wenn sie den Arzt mit einer Überweisung aufsuchen.

Als Hausarzt (DHA) im DMP überweise ich Patienten an die Facharztebene. Stimmt es, dass ich besondere Angaben machen muss? Gilt das für alle DMPs?

Ja, der koordinierende Arzt muss die Teilnahme eines Patienten am jeweiligen DMP auf Überweisungen für weitere DMP-Behandler angeben. Hier reicht die Angabe des DMPs (z. B. „DMP KHK“) im Bereich „Diagnose/Verdachtsdiagnose“ aus.

Wir sollen eine Überweisung im Rahmen §116b ausstellen. Was ist das und dürfen wir das überhaupt?

Bei einer Behandlung nach §116b SGB V handelt es sich um die Ambulante Spezialfachärztliche Versorgung (ASV). Die ASV umfasst die Diagnostik und Behandlung von bestimmten schweren beziehungsweise seltenen Erkrankungen. Sie erfolgt durch genehmigte ASV-Teams, in denen Ärzte verschiedener Fachrichtungen aus Praxis und Krankenhaus zusammenarbeiten. In der Regel überweist der behandelnde Vertragsarzt in die ASV, das Nähere regelt eine Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses.

Ich muss eine Patientin zum Durchgangsarzt (D-Arzt) überweisen. Gibt es die speziellen D-Arzt-Überweisungen dafür nicht mehr?

Nein, seit dem 1. Januar 2018 ist der Überweisungsvordruck „ F2900“ zur Vorstellung beim Durchgangsarzt weggefallen. Die Gebühr für die Überweisung wird aber auch ohne diesen Vordruck weiterhin nach der Gebührennummer 145 UV-GOÄ gezahlt.

Einer meiner Patienten muss dringend zum Facharzt. Es gibt doch diese Überweisungscodes für eine schnelle Vermittlung. Wo kann ich die bestellen?

Der Überweisungscode kennzeichnet eine aus medizinischer Sicht dringliche Überweisung für die Terminservicestelle. Sie erhalten die Überweisungscodes bei unserem Formularversand.

Der Patient erhält durch den Überweisungscode einen Anspruch auf die Vermittlung eines Facharzt-Termins innerhalb von vier Wochen. Bitte kleben Sie den Code auf der Überweisung in dem Feld „Auftrag“ neben der gewünschten Auftragsleistung auf. Näheres zur Terminservicestelle erfahren Sie auf unserer Homepage.

Drucken
Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Mehr Infos zum Datenschutz