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Vereinbarung 2019: Biosimliars und PPI im Blick

29.01.2019 KVNO aktuell, Verordnungsinfos

Die Arzneimittelvereinbarung 2019 für Nordrhein ist unter Dach und Fach. Die Kassenärztliche Vereinigung und die gesetzlichen Krankenkassen in Nordrhein einigten sich darauf, einige Quoten zu verändern, besonders die für Biosimilars. Das Ausgabenvolumen insgesamt liegt mit 4,3 Milliarden Euro etwa 3,6 Prozent über dem des Vorjahrs.

Auf den Biosimilars liegt der Fokus der Vereinbarung. "Hier können die meisten Wirtschaftlichkeitsreserven ohne Qualitätsverlust gehoben werden", sagt Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein. Seit dem Patentablauf für Humira im Oktober 2018 gibt es vier Biosimilars für den Blockbuster, die Einsparungen von bis zu 40 Prozent ermöglichen.

Die entsprechenden Biosimilar-Quoten für die TNFalpha-Inhibitoren wurden in Nordrhein auf 66 Prozent angehoben. Neu ist auch, dass Biosimilar-Quoten in Rezepturen berechnet werden können. Die Kassen stellen hierfür der Prüfungsstelle die Daten zur Verfügung.

Zwei neue Quoten für Hausärzte

Für die Allgemeinmediziner und hausärztlichen Internisten gibt es zwei neue Quoten: Wenn die neuen oralen Antikoagulantien (DOAK) verordnet werden, sollen Ärzte die preiswerten DOAK Eliquis und Lixiana bevorzugen. Xarelto 2,5mg zählt nicht zu der Quote, weil das Präparat zur Behandlung des akuten Koronarsyndroms in dieser Dosierung ein Alleinstellungsmerkmal in der Gruppe der DOAK hat.

Bei Protonenpumpeninhibitoren (PPI) gilt eine neue Grenze: Hier sollen Praxen einen Anteil von 22 Prozent PPI-Patienten an allen Arzneimittel-Patienten nicht überschreiten. Das heißt, dass nicht mehr als jeder fünfte Patient, der ein Arzneimittel verordnet bekommt, mit PPI versorgt werden sollte. Dies entspricht dem derzeitigen Durchschnitt der Fachgruppe.

Es gibt somit zwar zwei neue Quoten für die Allgemeinmediziner und hausärztlichen Internisten. Die müssen jedoch von den nun insgesamt sieben Quoten nur fünf erfüllen, um von einer Prüfung nach Durchschnittswerten für das jeweilige Kalenderjahr befreit zu sein.

Dr. Holger Neye