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Erfolgreicher Start des Strukturfonds

29.01.2019 KVNO aktuell

Der Strukturfonds der KV Nordrhein ist erfolgreich gestartet. "Bereits nach wenigen Tagen gingen die ersten Anträge auf Förderungen von hausärztlichen Tätigkeiten bei uns ein", berichtet Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein. Nachdem geprüft wurde, ob alle notwendigen Voraussetzungen vorlagen, konnten noch im Jahr 2018 die ersten positiven Förderbescheide verschickt werden.

Seit einigen Wochen verstärken mehrere Ärzte die vertragsärztliche Versorgung in Nordrhein, denen durch die Gewährung von Investitionskostenzuschüssen der Einstieg in die ambulante Tätigkeit erleichtert wurde. Insgesamt sind bis Mitte Januar 2019 bereits 16 Anträge für Investitionskostenzuschüsse eingegangen.

16 Anträge in 11 Fördergebieten

Anträge wurden in 11 der 19 Fördergebiete (in der Karte rot eingefärbt) gestellt. Sie beschränken sich nicht nur auf einzelne, besonders beliebte Mittelbereiche wie zum Beispiel Bedburg. "Positiv gestimmt hat uns auch, dass die große Mehrheit der Anträge für volle Versorgungsaufträge eingereicht wurde. Wir stellen zudem fest, dass sowohl Anträge von sich frisch niederlassenden Kolleginnen und Kollegen als auch für die Förderung von Anstellungen in etablierten Hausarztpraxen eingehen", sagt Bergmann.

Der Strukturfonds der KV Nordrhein fördert sowohl selbstständig geführte Praxen als auch Anstellungen. "Wir unterstützen damit so­wohl den Erhalt der freiberuflichen ärztlichen Tätigkeit, gehen aber auch auf die Präferenzen jüngerer Medizinerinnen und Mediziner ein, die – vielleicht auch zunächst nur für den Anfang – angestellt in einer etablierten Praxis in die vertragsärztliche Versorgung einsteigen wollen", so Bergmann.

Zu Jahresbeginn wurde die Liste der Fördergebiete aktualisiert. Auch hier spiegeln sich die ersten Förderungen von Niederlassungen wider: Der Mittelbereich Bedburg im Rhein-Erft-Kreis ist kein Fördergebiet mehr. "Hier konnten wir sowohl den Versorgungsgrad als auch die Altersstruktur der Hausärzte erfolgreich verbessern und damit die vertragsärztliche Versorgung vor Ort wirksam stärken", erläutert Dr. med. Carsten König, stellvertretender Vorsitzender der KV Nordrhein. Andere Mittelbereiche kommen zunächst nicht hinzu. Allerdings wird die Versorgungssituation auf regionaler Ebene kontinuierlich analysiert und auf Basis dessen eine Weiterentwicklung der Auswahl der Fördergebiete geprüft.

Weitere Förderinstrumente in Planung

Die Grafik zeigt die Fördergebiete des Strukturfonds in Nordrhein, Stand Juli 2019
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Die rot eingefärbten Bereiche sind die Fördergebiete des Strukturfonds in Nordrhein. In diesen Gebieten werden zum Beispiel Neugründungen, Übernahmen und Anstellungen von Hausärzten mit bis zu 70.000 Euro gefördert.

Derzeit stehen im Strukturfonds zwei Förderinstrumente zur Verfügung: Investitionskostenzuschüsse und Hospitationsförderungen. Die Investitionskostenzuschüsse können eine vorgegebene Anzahl von Praxen je Fördergebiet erhalten, und zwar für

  • Neugründungen und Übernahmen von hausärztlichen Praxen (maximal 70.000 Euro),
  • Anstellungen von Hausärzten (maximal 70.000 Euro),
  • Eröffnungen hausärztlicher Zweigpraxen (maximal 10.000 Euro).

Die Förderung ist an die Verpflichtung geknüpft, mindestens fünf Jahre im Fördergebiet tätig zu sein.

Gefördert werden zudem einmalige Hospitationen

  • in hausärztlichen Praxen mit maximal 5.400 bzw. 6.000 Euro in Fördergebieten sowie in
  • Praxen der fachärztlichen Grundversorgung in Facharztgruppen, bei denen die Weiterbildung in Nordrhein nach Paragraf 75a Sozialgesetzbuch V gefördert wird, mit maximal 5.400 Euro.

Die Hospitationsförderung können nur approbierte Ärzte erhalten, die noch nicht vertragsärztlich tätig waren und noch keinen Antrag auf Zulassung/Anstellung gestellt haben und sich mindestens im letzten Jahr der Facharztweiterbildung befinden.

Doch diese zwei Förderinstrumente stellen nur einen ersten Zwischenstand dar: "Wir werden im Frühjahr des Jahres auch das Angebot an Förderinstrumenten noch erweitern", kündigt Bergmann an.

"Wir wollen Medizinerinnen und Mediziner in allen Phasen ihrer beruflichen Karriere Unterstützung und Anreize bieten, sich für die vertragsärztliche Versorgung vor allem in eher ländlichen Regionen Nordrheins entscheiden zu können", so Bergmann. Aus diesem Grund soll auch ein Förderprogramm für Famulaturen von Medizinstudierenden in niedergelassenen Praxen aufgelegt werden.

Dr. Johannes Martin

Kontakt

Maike Rettig
ist Ansprechpartnerin für alle aktuellen und zukünftigen Mitglieder bei Fragen zu Förderanträgen.
Dr. Johannes Martin
ist Ansprechpartner für Kommunen und Landkreise bei Fragen zur Förderung der ambulanten Versorgung.
Telefon 0211 5970 8631
E-Mail
Telefon 0211 5970 8824
E-Mail
Das Foto zeigt Maike Rettig, KV Nordrhein
Das Foto zeigt Dr. Johannes Martin, KV Nordrhein