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Telematik-Infrastruktur: KBV und GKV-Spitzenverband schließen Kompromiss zur Kostenerstattung für TI-Installation ab dem dritten Quartal

01.06.2018 Praxisinfos, Pressemitteilungen

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband haben sich nach wochenlangen Verhandlungen auf neue Eckpunkte zur weiteren Finanzierung der Ausstattungskosten der Praxen für die Telematik-Infrastruktur verständigt. Der Kompromiss sieht eine deutlich höhere Erstausstattungspauschale als in der bisherigen Vereinbarung vor.

Die unter Moderation des Vorsitzenden des Bundesschiedsamts für die vertragsärztliche Versorgung, Werner Nicolay, getroffene Vereinbarung sieht wie folgt aus: Die Berechnungsgrundlage für die Erstausstattungspauschalen bildet im dritten Quartal 2018 der um zehn Prozent reduzierte Konnektorenpreis aus dem Vorquartal. Dies ergibt einen ab dem dritten Quartal geltenden Preis in Höhe von brutto 1.719 Euro. Dieser Preis wird ab dem vierten Quartal um weitere zehn Prozent gesenkt auf 1.547 Euro brutto.

Die KBV und der GKV-Spitzenverband gehen bei ihrer Vereinbarung davon aus, dass es in den nächsten Monaten, wie von der Industrie schon seit langem zugesagt, mehrere Anbieter von Konnektoren geben wird – „dies sollte zu einer Senkung der Angebotspreise führen“, heißt es in der gemeinsamen Pressemitteilung von KBV und GKV-Spitzenverband. Ein zusätzlicher Konnektor-Anbieter sei das österreichische Technologieunternehmen RISE. Sobald der Konnektor dieses Unternehmens am Markt grundsätzlich für alle Arztpraxen verfügbar ist, wollen GKV-Spitzenverband und KBV innerhalb einer Frist von zwei Wochen vor dem Hintergrund der dann aktuellen Marktsituation die geltende Vereinbarung überprüfen und gegebenenfalls ab dem Folgequartal anpassen.

„Es ist gut, dass sich die Selbstverwaltung zumindest mit Unterstützung des Bundesschiedsamts auf einen Kompromiss verständigt hat, der zumindest eine deutliche Verbesserung der Erstausstattungspauschalen für alle Praxen beinhaltet, die noch gar keine Möglichkeit hatten, den Anschluss an die TI herzustellen. Der Kompromiss klärt allerdings immer noch nicht, ob es wie von uns gefordert und vorgesehen eine volle Übernahme der Kosten geben wird“, sagt Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein. „Auf sinkende Preise durch zusätzliche Anbieter von Konnektoren zu setzen, ist nach wie vor Spekulation. Wir erwarten, dass die Kosten für den TI-Anschluss vollständig erstattet werden.“

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