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Studie und Symposium zur Versorgung von Menschen mit geistiger Behinderung

15.02.2018 Pressemitteilungen

Eine Woche vor einem Symposium am Freitag, dem 23. Februar, ab 15 Uhr im Haus der Ärzteschaft haben die Ärztekammer Nordrhein und das Interdisziplinäre Zentrum für Versorgungsforschung der Universität Witten/Herdecke ihren Abschlussbericht zu einer Studie zur Gesundheitsversorgung von Menschen mit geistiger Behinderung vorgestellt.

Bei dem Symposium, zu dem auch NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann erwartet wird, soll auf Basis der Studienergebnisse diskutiert werden, was für die Versorgung geistig Behinderter getan werden muss. An der Diskussion wird auch Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein, teilnehmen.

Die Studie haben heute Rudolf Henke, Präsident der Ärztekammer Nordrhein, und Prof. Dr. Max Geraedts, Leiter des Instituts für Versorgungsforschung und Klinische Epidemiologie an der Philipps-Universität Marburg, vorgestellt. Geraedts hat die Studie gemeinsam mit Prof. Dr. Susanne Schwalen, geschäftsführende Ärztin der Ärztekammer Nordrhein, geleitet.

Zentrales Ergebnis: Die ambulante Versorgung wird von Menschen mit geistiger Behinderung wie auch von ihren Angehörigen und Betreuern in den Werkstätten allgemein als gut wahrgenommen. „Erfreulich ist auch, dass die Teilnahmeraten der Studienteilnehmer am Gesundheits-Check-up und an den Routine-Impfungen höher sind als die der Allgemeinbevölkerung“, sagte Geraedts – eine Ausnahme bilden Menschen mit Migrationshintergrund. Dagegen nehmen Menschen mit geistiger Behinderung zum Beispiel Krebsfrüherkennungen deutlich seltener in Anspruch als der Durchschnitt der Bevölkerung.

Das Bild zeigt einen Patienten im Gespräch mit seiner Ärztin

Von links nach rechts: Professor Dr. Max Geraedts, Leiter des Instituts für Versorgungsforschung und Klinische Epidemiologie an der Philipps-Universität Marburg, Michael Etges, niedergelassener Allgemeinmediziner in Oberhausen, Professor Dr. Susanne Schwalen, Geschäftsführende Ärztin der Ärztekammer Nordrhein und Rudolf Henke, Präsident der Ärztekammer Nordrhein.

„Wir brauchen daher Informationsmaterial in Leichter Sprache über Nutzen, Risiken und Grenzen von Krebsfrüherkennungsuntersuchungen. Die Informationen brauchen wir in unterschiedlichen Sprachen, damit wir auch Menschen mit geistiger Behinderung und Migrationshintergrund gut informieren können“, sagte Henke. Die Kammer wird als eine Konsequenz aus der Studie ab Herbst 2018 Fortbildungsveranstaltungen zum Thema „Leichte Sprache in der Arzt-Patienten-Kommunikation“ anbieten.

Geistig behinderte Patienten müssen in der Regel zu Arztterminen begleitet werden. Daher sollte es berufstätigen Angehörigen möglich sein, zum Beispiel unbürokratisch auf Stundenkontingente für solche Anlässe zuzugreifen. Betreuer aus Wohneinrichtungen, die Menschen mit geistiger Behinderung zum Arzt begleiten, müssten durch Ersatzpersonal entlastet werden.