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Mit Organspenden Leben verlängern

23.05.2018 Pressemitteilungen

36 Prozent der Deutschen besitzen laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) einen Organspendeausweis. Die Bereitschaft der Deutschen zur Organspende sinkt allerdings seit Jahren, während der Bedarf an Organen kontinuierlich steigt. Aktuell warten zirka 7.800 Patientinnen und Patienten auf eine Nierentransplantation. Im vergangenen Jahr wurden laut BZgA 797 Organe von Verstorbenen transplantiert. 2012 waren es noch 1046.

Warum ist es so wichtig, sich für oder gegen eine Organspende zu entscheiden? Was regelt der Spenderausweis? Diese und andere Fragen stehen im Zentrum einer Ratgeberveranstaltung unter dem Titel „Notfall Organspende: Was immer mehr Menschen daran hindert, Leben zu retten“, zu der die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein in Kooperation mit dem „Rhein-Boten“ und der NRZ einlädt. Die Veranstaltung findet am Dienstag, 29. Mai 2018, von 18 bis 19.30 Uhr im Haus der Ärzteschaft, Tersteegenstraße 9 in Düsseldorf statt.

Persönliche Haltung Angehörigen mitteilen

In Deutschland wird man erst mit einer schriftlichen oder mündlichen Willenserklärung zum Organspender. „Verstirbt ein Mensch, werden die engsten Angehörigen in einer Phase der größten Trauer nach einer möglichen Organtransplantation befragt. Ehepartner, Eltern oder Kinder sind in diesen Momenten oft überfordert, wenn sie nicht wissen, wie der oder die Verstorbene zu diesem Thema stand“, erklärt Dr. Katja Severing, Leitende Oberärztin am VKKD Marienhospital in Düsseldorf. „Liegt ein Organspendeausweis vor oder wurde über die persönliche Einstellung gesprochen, dann hilft das sehr.“

Das Marienhospital ist nach dem Universitätsklinikum die zweitgrößte Einrichtung in Düsseldorf für die Entnahme von Hornhäuten. Die Fachärztin für Augenheilkunde erläutert am Beispiel der Hornhaut den organisatorischen und stationären Ablauf einer Transplantation. „Die Bevölkerung wird immer älter, damit wächst die Nachfrage nach bestimmten Organen und auch Gewebe“, erklärt die Ärztin. „Die Transplantation von Hornhäuten aufgrund von Verletzungen oder altersbedingten Eintrübungen ist deshalb so erfolgreich, weil es ausgesprochen selten zu Abstoßungsreaktionen kommt.“

Unterschiedliche Regelungen in Europa

Sich mit dem Thema zu beschäftigen und sich eindeutig für oder gegen eine Organspende zu entscheiden – das ist auch der Rat von Hans J. Schmolke von der Selbsthilfe Organtransplantierter NRW. Vor 17 Jahren wurde ihm das Herz transplantiert. Er berichtet von seinen persönlichen Erfahrungen und führt aus, warum es seiner Meinung nach so wichtig ist, dass mehr Menschen ihre Bereitschaft zur Organspende erklären. „In Spanien kommen auf eine Millionen Einwohner 46,9 potenzielle Organspender, in Deutschland liegen wir mit 9,3 Einwohner weit darunter“, weiß der Sprecher der Selbsthilfe-Initiative. In Spanien gilt wie in zahlreichen anderen europäischen Ländern die Widerspruchsregelung. „Hat sich die verstorbene Person zu Lebzeiten nicht ausdrücklich zum Beispiel in einem Widerspruchsregister gegen eine Organspende ausgesprochen, können Organe zur Transplantation entnommen werden.“

Info: Die Veranstaltung „Notfall Organspende: Was immer mehr Menschen daran hindert, Leben zu retten“, startet am Dienstag, 29. Mai 2018, um 18 Uhr im Haus der Ärzteschaft an der Tersteegenstraße 9 in Düsseldorf. Weitere Informationen bei der KV Nordrhein unter 0211-5970-8281.