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Studie zur Digitalisierung in Praxen vorgestellt

23.10.2018 Pressemitteilungen

Eine repräsentative Studie im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hat jetzt erstmals erhoben, wie es in deutschen Praxen um die Digitalisierung bestellt ist. Im Rahmen der Erhebung "PraxisBarometer Digitalisierung" wurden mehr als 1.750 Ärzte und Psychotherapeuten im Bund befragt.

Die Ergebnisse zeigen: In den deutschen Praxen sind digitale Anwendungen Standard. Bereits 73 Prozent der befragten Praxen haben die Patientendokumentation mehrheitlich oder vollständig digitalisiert. 75 Prozent der großen, meist interdisziplinär besetzten Praxen nutzen Programme für die Raumplanung und Gerätenutzung. Rund 60 Prozent der Hausärzte haben eine digitale Anwendung zur Erkennung von Arzneimittelwechselwirkungen. Auch verfügen rund drei Viertel der befragten Praxen über Geräte mit digitalen Schnittstellen zum Praxisverwaltungssystem.

"Die Digitalisierung bietet viele Möglichkeiten, die Zukunft sinnvoll, also patientengerecht, zu gestalten", so KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel.

Mehrwert ist entscheidendes Kriterium für Akzeptanz

Chancen liegen dafür nach Einschätzung der Ärzte und Psychotherapeuten beispielsweise in elektronischen Medikationsplänen (54 Prozent), digitalen Notfalldatensätzen (49 Prozent) sowie digitalen Verordnungen (44 Prozent). Auch in der Einrichtung eines digitalen Mutter- beziehungsweise Impfpasses (43 Prozent) und einrichtungsübergreifender digitaler Patientenakten (38 Prozent) sehen viele Ärzte großes Potenzial für die Patientenversorgung.

Für die Akzeptanz digitaler Anwendungen spielt dabei allgemein der potentielle Mehrwert für Patienten sowie für die Ärzte und Psychotherapeuten eine Hauptrolle. Dazu zählen auch mögliche Zeitersparnisse durch Prozessoptimierungen im Praxismanagement und in der Kommunikation mit Kollegen und Krankenhäusern (jeweils 60 Prozent). Als sehr hilfreich sieht über die Hälfte (54 Prozent) den eArztbrief. Allerdings äußerten viele Befragte auch Sorgen: Rund 44 Prozent haben ernsthafte Zweifel, ob sie durch die Digitalisierung wirklich mehr Zeit für ihre Patienten haben. Als mögliche Hemmnisse sieht die Ärzteschaft auch das Thema IT-Sicherheit (78 Prozent) und die Fehleranfälligkeit der elektronischen Datenverarbeitung (43 Prozent).

Das PraxisBarometer Digitalisierung wurde in diesem Jahr erstmalig durchgeführt. Auftraggeber ist die KBV, die Durchführung oblag dem IGES Institut.