Logo der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein

Navigation

Notdienstpraxis in Rösrath schließt zum 30. September

26.06.2018 Pressemitteilungen

Die KV Nordrhein ordnet ihr Angebot im allgemeinen ärztlichen Notdienst im Rheinisch-Bergischen Kreis neu. Die Notdienstpraxis in Rösrath wird zum 1. Oktober 2018 geschlossen. Über den Bestand der Notdienstpraxis in Rösrath wurde bereits seit vielen Jahren diskutiert, auch innerhalb der Ärzteschaft vor Ort, die sich zuletzt im vergangenen Jahr mit großer Mehrheit dafür entschieden hat, die Praxis nicht weiter zu betreiben.

Für diese Entscheidung gibt es eine Reihe von Gründen. Zunächst geht es um eine Angleichung bzw. Homogenisierung der Dienstbelastung der Ärztinnen und Ärzte vor Ort. Für die Rösrather Ärzte bedeutet das eine Entlastung, da sie künftig in der Notdienstpraxis in Bergisch-Gladbach und damit weniger häufig zum Notdienst eingeteilt werden als bisher.

Diese Entlastung spielt eine wichtige Rolle bei den Anstrengungen der KVNO, die hausärztliche Versorgung in der gesamten Fläche der KV-Region auch in Zukunft sicherzustellen. Für viele jüngere Nachwuchsmediziner ist eine hohe Dienstbelastung im Notdienst ein wesentliches Kriterium, sich gegebenenfalls gegen eine Praxisübernahme in ländlichen Regionen zu entscheiden. Angesichts eines kaum mehr abwendbaren Ärztemangels ist es absolut vorrangig, junge Ärztinnen und Ärzte für die ambulante Tätigkeit zu gewinnen und mögliche Niederlassungshürden abzubauen. Dazu gehören auch ungleiche finanzielle Lasten durch unterschiedlich hohe Umlagen für den Betrieb von Notdienstpraxen.

Ein weitere Erwägung sind die drängenden Forderungen der Politik, die Notfallversorgung in Kooperation mit den Kliniken in Form zentraler Anlaufstellen für möglichst viele Patientinnen und Patienten zu schaffen. Mittelfristig streben wir daher – im Einklang mit den gesetzlichen Vorgaben – die flächendeckende Einrichtung sogenannter „Portalpraxen“ an. Bereits heute befinden sich 90 Prozent aller Notdienstpraxen in Nordrhein, darunter auch die Notdienstpraxis in Bergisch-Gladbach, innerhalb oder zumindest in direkter Nachbarschaft zu Krankenhäusern der Akutversorgung. Eine solche Kooperation eröffnet die Möglichkeit, Patienten – je nach Bedarf und Dringlichkeit – schnell der jeweils erforderlichen Versorgungsstruktur zuzuweisen und dort mit hoher Versorgungsqualität zu behandeln. Vor diesem Hintergrund ist eine Praxis wie in Rösrath – ohne Anbindung an ein Klinikum – versorgungspolitisch nicht mehr zeitgemäß.

Wichtig: Die KV Nordrhein hält die Schließung der Rösrather Notdienstpraxis auch deshalb für vertretbar, da sie quantitativ für die Patientenversorgung in der Region außerhalb der Sprechstundenzeiten eine untergeordnete Rolle spielt. Dies zeigen die deutlich unterdurchschnittlichen Fallzahlen der dort versorgten Patientinnen und Patienten. Auch ist die Verkehrsanbindung nach Bergisch-Gladbach nach Einschätzung der Kreisstelle der KV Nordrhein gut. Patientinnen und Patienten, die nicht mobil sind, können weiterhin den Fahrdienst in der Region in Anspruch nehmen, wenn dies medizinisch erforderlich ist.