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Landtag beschließt Landarztquote für NRW

13.12.2018 Pressemitteilungen

Der Landtag Nordrhein-Westfalen hat gestern das "Gesetz zur Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung in Bereichen besonderen öffentlichen Bedarfs des Landes Nordrhein-Westfalen" (Landarztgesetz Nordrhein-Westfalen, LAG NRW) verabschiedet. Mit der Verabschiedung des Gesetzes kann die Landarztquote in Nordrhein-Westfalen zum Wintersemester 2019/2020 gestartet werden. Die Quote ermöglicht rund 170 jungen Menschen, die später in unterversorgten Regionen arbeiten wollen, ab dem kommenden Jahr ein Medizinstudium. Weitere Studierende werden folgen.

"Ich bin froh, dass der Landtag heute die gesetzliche Grundlage dafür geschaffen hat, dass wir die Quote in die Tat umsetzen können. Wir werden jetzt die notwendigen Voraussetzungen in der Praxis schaffen und zu Beginn des neuen Jahres die entsprechende Rechtsverordnung erlassen. Wir werden das erste Land mit Landarztquote sein", sagte Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann.

Das Bewerbungsverfahren wird im März 2019 starten. Ausgehend vom heute verabschiedeten Gesetz werden bei der Auswahl der künftigen Studierenden als Auswahlkriterien die Abiturdurchschnittsnote, ein Studierfähigkeitstest, einschlägige Berufsausbildungen und Berufstätigkeiten sowie ein Auswahlgespräch berücksichtigt. Bei dem Auswahlgespräch ist geplant, durch eine vom Land bestellte Auswahlkommission soziale und ethische Kompetenzen sowie die Beweggründe der Bewerbungen auf der Grundlage standardisierter Interviews und Simulationen zu bewerten.

Die Orientierung an den Bedürfnissen von Patientinnen und Patienten in Verbindung mit der Fähigkeit, sich durch Empathie in andere Menschen hineinzuversetzen, sowie Sozialkompetenz sind wichtige Schlüsselfaktoren des ärztlichen Berufs. Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein, begrüßt die Entscheidung des Landtags im Grundsatz: "Die Landarztquote kann ein weiteres Instrument sein, um dem schon heute spürbaren Mangel an Medizinern, insbesondere in ländlichen Regionen, zu begegnen – allerdings wird eine solche Quote schon wegen der Ausbildungsdauer nur langfristig wirken. Wir als KV sind schon seit geraumer Zeit dabei, durch Fördermaßnahmen und eine gezielte Ansprache Ärztinnen und Ärzte für die Niederlassung zu gewinnen – inzwischen auch mit der Förderung aus unserem Strukturfonds und der neuen Webseite "arzt-sein-in-nordrhein.de".