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Noch keine Einigung über Honorar für 2019 in Berlin

17.08.2018 Honorar, Pressemitteilungen

Zum Auftakt der Honorarverhandlungen für die rund 160.000 Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten in Deutschland liegen die Positionen von Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und GKV-Spitzenverband noch weit auseinander. Die Ärzteseite fordert eine Anhebung des Orientierungswertes um etwa 4,7 Prozent zum 1. Januar 2019. Das Angebot des GKV-Spitzenverbandes liegt bei 0,2 Prozent. Der Orientierungswert ist für die Preise ärztlicher und psychotherapeutischer Leistungen maßgeblich.

Die KBV will außerdem deutlich besser vergütete Hausbesuche – der GKV-Spitzenverband will jedoch zunächst prüfen, ob im Rahmen der EBM-Weiterentwicklung über eine höhere Vergütung von Hausbesuchen verhandelt werden kann. KBV-Chef Dr. med. Andreas Gassen sprach von einer „enttäuschenden Verhandlungsrunde“ und kritisierte die „Hinhaltetaktik“ der Kassen: „Die ablehnende Haltung ist ein weiteres Indiz dafür, dass sich die Krankenkassen mehr und mehr aus der Verantwortung für die Versorgung zurückziehen.“

Für den am häufigsten abgerechneten Besuch (GOP 01410) zahlen die Krankenkassen aktuell 22,59 Euro. Die KBV hatte eine Steigerung der Vergütung um 45 Prozent in Form extrabudgetärer Zuschläge zu allen Gebührenordnungspositionen, mit denen ärztliche Besuche berechnet werden, gefordert. Für einen Besuch nach der GOP 01410 beispielsweise hätten Ärzte ab Januar 33,71 Euro statt 22,59 Euro erhalten. „Unsere Forderung entspricht dem politischen Willen, Hausbesuche zu fördern“, betonte Vize-KBV-Chef Dr. Stephan Hofmeister. Im Referentenentwurf für das Terminservicegesetz werde ausdrücklich darauf hingewiesen, wie wichtig Hausbesuche für Patienten seien, die eine Arztpraxis aus medizinischen Gründen nicht mehr aufsuchen könnten.

Beim Orientierungswert führt die KBV nicht nur die gestiegenen Kosten für Personal, Miete etc. zur Begründung an. Sie macht neben den Preiskomponenten auch die hohen Mehrausgaben der Praxen geltend, die durch die Umsetzung der verschärften Hygienevorschriften und der Datenschutz-Grundverordnung entstehen. Ein weiterer Posten betrifft Investitionen im Zusammenhang mit der Digitalisierung, die nicht über die Finanzierungsvereinbarung zur Telematikinfrastruktur abgedeckt sind. Der Orientierungswert war zu Jahresbeginn um 1,18 Prozent angehoben worden und beträgt aktuell 10,6543 Cent.

Weiter gekommen sind die Verhandlungspartner beim „Behandlungsbedarf“: Ein Beschluss zum sogenannten Klassifikationsmodell, mit dem die regionalen diagnose- und demografiebezogenen Veränderungsraten für 2019 ermittelt werden, wurde auf den Weg gebracht. Der Erweiterte Bewertungsausschuss hat Eckpunkte für den Beschluss festgelegt, die nun eingearbeitet und in der nächsten Woche beschlossen werden. Dann kann das Institut des Bewertungsausschusses mit der Berechnung der Veränderungsraten beginnen.