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Gemeinsame Erklärung zum Umgang mit Behandlungsdaten

13.07.2018 Pressemitteilungen

Die Erklärung der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) im Wortlaut:

Der strukturierte und sichere Austausch von medizinischen Behandlungsdaten unter uns Vertragsärzten und Vertragspsychotherapeuten und deren Weitergabe an unsere Patienten ist ein elementares Ziel im digitalen Zeitalter, das wir alle gemeinsam verfolgen.

Einem direkten Zugriff in die Praxisverwaltungssysteme von uns Vertragsärzten und Vertragspsychotherapeuten von außen und dem Auslesen von Behandlungsdaten erteilen wir jedoch eine klare Absage. Wir werden keine Systeme akzeptieren, die in unsere Praxissysteme eingreifen, wie sie von einer Kassenart derzeit propagiert werden. Auch der Zugriff von einem beauftragten Dritten ist für uns nicht hinnehmbar.

Wir bekennen uns gleichzeitig zu einer Übermittlung von standardisierten Behandlungsdaten an eine lebenslange und kontinuierlich verfügbare elektronische Akte je Patient. Hierbei muss die Datenhoheit für die elektronische Patientenakte bei den Patienten liegen. Die in der elektronischen Arztakte dafür erforderlichen Datenstandards und damit verbundenen Schnittstellen der Praxisverwaltungssysteme müssen für die Ärzte und Psychotherapeuten von der KBV definiert werden.

Die höchst vertrauliche Arzt-Patienten-Kommunikation ist wesentliches Selbstverständnis unseres Berufes und bedarf eines besonderen Vertrauensschutzes. Wir werden im Sinne unserer Mitglieder nicht zulassen, dass diese besondere Beziehung zu unseren Patienten durch technische Lösungen aufgebrochen wird, die einen direkten Zugriff in die vertrauliche Arztdokumentation beinhalten.

Für die Vorstände der KVen und der KBV
Dr. Andreas Gassen Vorstandsvorsitzender der KBV, Berlin, 12. Juli 2018