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Antibiotika – am besten so wenig wie möglich

18.09.2018 Gesundheitstipps, Pressemitteilungen

Die moderne Medizin setzt bei zahlreichen Therapien auf Antibiotika. Aber immer wieder beherrschen diese Medikamente die Schlagzeilen. Viele Menschen sind deshalb verunsichert.

Wie wenden Patienten Antibiotika am besten an? Wie können sie sich vor multiresistenten Keimen schützen? Was sollte im Umgang mit den Medikamenten unbedingt beachtet werden?

Antworten auf diese und andere Fragen gibt es auf der Ratgeberveranstaltung „Faktencheck Antibiotika – wie wir multiresistenten Keimen vorbeugen können“ der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein. In Kooperation mit dem Rhein Boten und der NRZ informieren Experten am 25. September 2018 von 18 bis 19.30 Uhr im Haus der Ärzteschaft, Tersteegenstraße 9 in Düsseldorf über das Thema.

Die lange als Wunderheilmittel gepriesenen Antibiotika sollen Bakterien in unserem Körper abtöten, die uns krank machen. Immer häufiger entwickeln Bakterien jedoch Überlebensmechanismen – sogenannte Resistenzen, mit denen sie sich der Wirkung von Antibiotika entziehen. Die Folge: Die Medikamente bleiben wirkungslos, weil sich die Bakterien, unter anderem durch übertriebenen Einsatz von Antibiotika, an ursprünglich widrige Bedingungen anpassen und durch Mutationen eine stärkere Widerstandskraft bilden.

An Dosierung halten

Dr. Holger Neye, Apotheker und Leiter der Pharmakotherapieberatung der KV Nordrhein, wird erläutern, wie Antibiotika entwickelt werden und wie sie wirken. „Wichtig ist, dass diese Medikamente exakt nach Anweisung des Arztes genommen werden“, betont der Apotheker. „Patienten sollten sich auch unbedingt an die verschriebene Dosierung halten.“

„Für Antibiotika gilt das Motto – so viel wie nötig und so wenig wie möglich“, fasst Dr. med. Andre Schumacher, Facharzt für Allgemeinmedizin, seinen Rat an Patienten zusammen. Er wird über die Wirkung und die Einnahme von Antibiotika sprechen am Beispiel von drei Erkrankungen, an denen viele Menschen im Herbst und Winter leiden: Blasen- und Mandelentzündung sowie Erkältungen.

Die beiden Spezialisten gehen auch auf allgemeine Regeln im Umgang mit Antibiotika ein: „Alte Antibiotika, die von einer Vorerkrankung übriggeblieben sind, bringt man am besten zur Entsorgung in die Apotheke. Bitte diese nicht für eine spätere, ähnliche Erkrankung aufheben“, sagt Neye. „Antibiotika dürfen auch nicht mit Milch eingenommen werden und während der Einnahmezeit verzichtet man am besten auf Alkohol.“

„Auch Antibiotika, die ein Nachbar empfiehlt, weil sie so gut geholfen haben und noch in der Schublade liegen, sollte niemand bei Beschwerden auf eigene Faust nehmen“, rät Schumacher.

Im Anschluss an die Vorträge haben Besucher die Gelegenheiten, ihre Fragen zu stellen und mit den Referenten ins Gespräch zu kommen.

Info: Die Veranstaltung „Faktencheck Antibiotika – wie wir multiresistenten Keimen vorbeugen können“ startet am Dienstag, 25. September 2018, um 18 Uhr im Haus der Ärzteschaft an der Tersteegenstraße 9 in Düsseldorf.